Studie: Immobilienmarkt zwischen Stabilität und Blasenbildung

Nach einer Studie des Immobilienanbieters Euro Grundinvest sieht mit rund 60 Prozent die Mehrheit der Privatanleger eine stabile Entwicklung des deutschen Immobilienmarkts. Knapp 40 Prozent hingegen glauben an eine Überhitzung, ein Drittel befürchtet gar eine Immobilienblase.

„Die Mehrheit findet zwar den Preisanstieg zu rasant – sieht aber dennoch eine stabile Marktentwicklung und erwartet weiter steigende Preise“, fasst Martin Greppmair, Chefprojektentwickler bei Euro Grundinvest die Ergebnisse zusammen. Im Rahmen der Studie ließ Euro Grundinvest von dem Marktforschungsinstitut Research Now deutschlandweit 1.000 Menschen befragen. Die Stichprobe wurde bevölkerungsrepräsentativ ausgewählt.

Die Ergebnisse im Detail: 59 Prozent der Befragten gehen von einer stabilen Marktentwicklung aus. 44,7 Prozent glauben, dass sich die Preise einpendeln, wenn sie internationales Niveau erreicht haben. Dessen ungeachtet geben auch 39,6 Prozent der Privatanleger an, der Markt überhitze sich. 32,7 Prozent befürchten sogar eine Immobilienblase. Das größte Wertsteigerungspotenzial erwarten Privatanleger in Großstädten und Metropolen der Kategorie A – wie München, Frankfurt oder Köln. Während dort 51,4 Prozent Wertsteigerungen prognostizieren, sind es für internationale Top-Standorte wie London oder Paris nur 31,2 Prozent. Kaum Performance trauen Privatanleger – im Gegensatz zu vielen Großanlegern – indes Großstädten der Kategorie B und C zu.

40 Prozent erwarten Preissteigerungen von über fünf Prozent

Ein Ende der Preisspirale ist nach Ansicht von 39,9 Prozent Privatanleger noch nicht in Sicht. Diese erwarten Preissteigerungen von mehr als fünf Prozent im laufenden Jahr 2013. Weitere 38,7 Prozent gehen von Preisanstiegen bis zu diesem Wert aus. 56,9 Prozent empfinden diese Entwicklung dabei als zu rasant. Wie eine Regionalauswertung zeigt, sehen das – wenig überraschend – insbesondere die Münchner so. In der bayerischen Landeshauptstadt bewerten 81 Prozent den Preisanstieg als zu schnell, in Berlin sind es lediglich 55,8 Prozent

Das politische Handeln hat gemäß den Studienergebnissen einen spürbaren Einfluss auf das Anlageverhalten. Für 35 Prozent war 2012 die Ankündigung der Europäischen Zentralbank zum uneingeschränkten Staatsanleihenkauf ein wichtiges Investitionskriterium. „Angesichts kaum mehr nachvollziehbarer komplexer geldpolitischer Entscheidungen suchen Privatanleger nach sicheren Investments, die sie verstehen“, kommentiert Greppmair. Haupteinflussfaktor bleibt jedoch für 53,6 Prozent die Inflationsangst. Rund die Hälfte investiert zudem in Betongold, weil sie die Konjunkturausschichten in mehreren Euro-Ländern als schlecht einstuft. (te)

Quelle: Research Now/Euro Grundinvest

Foto: shutterstock.com

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