ZIA: Immobilienmärkte regulieren sich selbst

Angesichts der gestiegenen Mieten in den deutschen Metropolen wird über Mietpreisbremsen diskutiert. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sieht darin kein geeignetes Mittel.

In mehreren deutschen Großstädten sanken im Juli 2013 die Angebotsmieten. Der Immobilienindex IMX der Plattform Immobilienscout24 verzeichnete in Frankfurt, Köln, München und Hamburg einen Rückgang um 0,2 bis 0,9 Prozent. Seit Jahren waren in diesen Städten keine sinkenden Mietpreise mehr zu beobachten.

Der Neubau zieht an

Auch die in der vergangenen Woche vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Statistiken zu Baugenehmigungen zeigen, dass der Markt auf die steigende Nachfrage reagiert, argumentiert der ZIA.

So wurden im ersten Halbjahr 9,6 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zog mit 21,7 Prozent stark an. Der Zentrale Immobilien Ausschuss sieht darin eine neue Ausgangslage für die aktuelle Diskussion um steigende Mieten.

„Die Politik sollte die sinkenden Mietpreise in deutschen Metropolen in ihre Bewertung der Situation auf den Immobilienmärkten einbeziehen“, kommentiert Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Sie sind ein Indikator für die Selbstregulierung der Märkte. Die aktuelle Entwicklung legt es nahe, die Einführung einer Mietpreisbremse noch einmal zu überdenken.“

Der in Folge der gestiegenen Nachfrage boomende Neubau wirke sich langfristig auch auf die Mietpreise aus. Staatliche Eingriffe wie die Mietpreisbremse seien daher gar nicht notwendig. Interventionen würden vielmehr kontraproduktiv wirken, erst recht wenn sie, wie die Mietpreisbremse, unmittelbar in die Preisbildung eingreifen, so der ZIA, denn gedeckelte Mieten könnten nicht mehr die Signalwirkung entfalten, die Investoren für eine richtige Allokation ihrer Investitionen benötigten.

Foto: Shutterstock

 

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.