Immobilienmärkte: Euro-Krisenländer bieten wieder Chancen

Die Märkte für Gewerbeimmobilien in Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien mussten in den vergangenen Jahren Wertkorrekturen verkraften. Nach einer aktuellen Studie der Patrizia Immobilien AG steigt ihre Attraktivität wieder.

Dublin: gute Investitionschancen

Die sogenannten PIIGS-Staaten bieten institutionellen Investoren mit Value-Add-Strategie wieder Chancen am Immobilienmarkt, so die Analyse. „Die weitgehend abgeschlossenen Wertkorrekturen auf den Gewerbeimmobilienmärkten sowie die niedrige Bautätigkeit im Bürosektor machen einige PIIGS-Standorte wie Dublin bereits heute erneut attraktiv für Investoren“, erläutert Dr. Marcus Cieleback, Autor der Studie und Leiter Research bei der Patrizia Immobilien AG.

Seit Beginn der Eurokrise hätten viele Investoren diese Staaten gemieden, da aufgrund ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage und ihrer hohen Verschuldung das Verlustrisiko zu hoch erschien. Aufgrund des großen politischen und finanziellen Einsatzes sei die Gefahr des Auseinanderbrechens der Eurozone jedoch vorerst gebannt. Während sich die Renditen auf den Kapitalmärkten der PIIGS-Staaten inzwischen denen der restlichen Eurozone wieder annäherten, ist auf den Immobilienmärkten noch keine Verringerung der Renditedifferenz zu beobachten, so Patrizia. „Das hat wenig mit der fundamentalen Entwicklung der Immobilienmärkte zu tun, sondern mehr mit einer falschen Preisvorstellung infolge subjektiver und emotionaler Faktoren. Viele institutionelle Investoren verpassen damit Chancen“, betont Cieleback.

Bereits Engpässe bei hochwertigen Objekten

Denn vor allem in Irland und Spanien habe es deutliche Wertkorrekturen gegeben. Gleichzeitig sei die Neubautätigkeit für Büroflächen nahezu zum Stillstand gekommen und liege bei deutlich weniger als einem Prozent des Bestands. „Zwar erreichen die Leerstandraten noch historische Rekordhöhen, aber der Leerstand besteht vor allem in veralteten Gebäuden oder an schlechten Standorten. Bei zeitgemäßen, modernen Flächen in guten Lagen kommt es in einigen PIIGS-Märkten schon wieder zu Engpässen“, berichtet Cieleback. Im Bereich High-Street-Einzelhandel habe die Vergangenheit gezeigt, dass sich Flächennachfrage und Mieten an den Top-Standorten weitgehend unabhängig von der wirtschaftlichen Lage entwickelten.

Zur besseren Einschätzung der Investmentperspektiven der Märkte ist es nach Aussage von Patrizia sinnvoll, die wirtschaftliche Abhängigkeit der untersuchten Staaten näher zu betrachten: Irland und der Büro- und Einzelhandelsmarkt Dublin seien viel weniger von den Entwicklungen in der Euro-Zone abhängig als Italien, Spanien und Portugal. „Madrid, Mailand und Lissabon sind daher eher für risikoaffine Investoren interessant, während der Gewerbeimmobilienmarkt Dublin ab der zweiten Jahreshälfte 2014 in zunehmendem Maße traditionelle Core-Investoren anziehen dürfte“, fasst Cieleback zusammen.

Foto: Shutterstock

 

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