Anzeige
Anzeige
28. Oktober 2014, 09:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Absurde Mietspiegel

In Deutschland gibt es nur wenige verlässliche Mietspiegel, oft werden sie nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt. Vermieter ziehen deshalb regelmäßig vor Gericht. In den von der Mietpreisbremse betroffenen Gebieten dürfte künftig noch mehr geklagt werden.

Gastbeitrag von Einar Skjerven, Skjerven Group

Einar-Skjerven-750 500 in Absurde Mietspiegel

“Praktiker wissen schon lange, dass selbst die angeblich qualifizierten Mietspiegel realitätsfern sind.”

In Deutschland verfügen nur 2,5 Prozent der Gemeinden über einen Mietspiegel. Und nur bei jedem zehnten davon handelt es sich um einen “qualifizierten” Mietspiegel. Was ein qualifizierter Mietspiegel ist, regelt Paragraf 558 BGB. Vor allem muss er nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt sein.

Qualitative Mängel bei Mietspiegeln

Praktiker wissen schon lange, dass selbst die angeblich qualifizierten Mietspiegel realitätsfern sind. Dass Zweifel durchaus erlaubt sind, hat der Bundesgerichtshof in mehreren Urteilen festgestellt. Die Praxis der Gerichte, den Mietspiegel als Basis für Mieterhöhungen ohne weitere Überprüfung zu akzeptieren, ist nicht rechtmäßig.

Richterliche Prüfung

So hat der BGH in einem Urteil vom 6. November 2013 klargestellt, dass auch ein qualifizierter Mietspiegel überprüft werden muss, wenn seine Aussagen vor Gericht bestritten werden. Dabei, so der BGH, sei es unmaßgeblich, ob sich beispielsweise Mieter- und Eigentümerverbände darauf geeinigt hätten.

Das leuchtet ein: Ob ein Mietspiegel nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt wurde oder nicht hat nichts mit der Frage zu tun, ob sich Interessenverbände darauf geeinigt haben. Wenn zwei Verbände behaupten, zwei mal zwei sei fünf, dann ist das nicht schon deshalb richtig, weil sie beide einer Meinung sind.

Seite zwei: Gerichte befragen Experten

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...