Rendite treibt Hotelinvestitionen

Laut dem in Augsburg ansässigen Hotelfachmagazin Hospitalityinside war die Stimmung auf dem Hotelimmobilienmarkt im ersten Quartal 2014 gut. Investoren werden derzeit in erster Linie von den Renditeaussichten motiviert. Dies sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Investment Barometers, das von Hospitalityinside und Union Investment, Frankfurt am Main, initiiert wurde.

Laut dem Marktforschungsinsititut Bulwien Gesa haben sich Hotels in den vergangenen Jahren als eigene Assetklasse etabliert.

Nach Angaben von Hospitalityinside sind für knapp 52 Prozent der befragten Investoren, Eigentümer und Projektentwickler Renditeerwartungen derzeit das wichtigste Motiv, in Hotels zu investieren.

Demgegenüber steht „Sicherheit“ nur bei zehn Prozent der befragten Marktteilnehmer im Zentrum der Anlageentscheidung.

Tourismusbranche im Wachstumstrend

Grund für diese Einschätzungen könnte folgende Aussage der UN-Welt-Tourismusorganisation sein: Das Reiseaufkommen soll in Europa von 2010 bis 2020 um mehr als ein Drittel zunehmen.

Ein weiteres wichtiges Motiv sind Diversifikationsaspekte – für immerhin 39 Prozent der Befragten aktuell der maßgebliche Investmenttreiber.

Der Gesamtindex des zweiten Investment Barometers legte im Quartalsvergleich in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 leicht um 1,84 Prozent auf 1.819 Zählerpunkte zu.

Anleger wollen diversifizieren

„Im aktuellen Niedrigzinsumfeld suchen auch Altersvorsorge-Einrichtungen und Assekuranzen nach entsprechenden Rendite-Hebeln. Gesucht werden zudem Möglichkeiten, die Immobilienportfolios breiter zu diversifizieren“, erklärt Andreas Löcher, Leiter des Bereichs Investment Management Hotel bei der Union Investment Real Estate GmbH.

Unter den Betreiberimmobilien seien Hotelinvestitionen neben Wohnimmobilien daher für viele institutionelle Investoren eine gleichrangige Option.

Budget-Hotels und Serviced Apartments stark nachgefragt

Mit besonders guten Renditeerwartungen scheinen derzeit Budget-Hotels und Serviced Apartments verbunden zu sein. Bei Budget-Hotels steht die Beherberungsleistung ohne viel Service im Vordergrund.

Ein Serviced Apartment ist eine Hoteleinheit, in der statt Zimmern vollständig eingerichtete Wohnungen mit Küche und Bad angeboten werden. Leistungen wie der Wechsel der Bettwäsche und oft auch ein Frühstück sind im Preis inbegriffen.

Rund 44 Prozent der Teilnehmer des aktuellen Investment Barometers sind der Meinung, dass sich mit Budget-Hotels zurzeit die höchsten Renditen erzielen lassen. Mit 21 Prozent entfallen die zweithäufigsten Nennungen auf Serviced Apartments.

„Das spiegelt erneut das Vertrauen in diese jungen Hotelsegmente wider“, freut sich Andreas Löcher. Den Serviced Apartments war in der vorherigen Umfrage das größte Potenzial bescheinigt worden.

Dabei sind nicht nur Budget-Hotels und Serviced Apartments stark nachgefragt. Hotelbauten sind in Deutschland längst mehr als nur ein Nischenprodukt.

Mehr Hotelzimmer in Deutschland

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Bulwien Gesa sind in den vergangenen fünf Jahren deutschlandweit insgesamt rund 52.900 neue Hotelzimmer in 347 Betrieben mit einer Mindestgröße von 40 Zimmern neu entstanden. Dabei handelte es sich entweder um Neubauten, Umwandlungen von zuvor zumeist gewerblich genutzten Immobilien oder Erweiterungen.

Nachfrage steigt weiter

Die dynamische Marktentwicklung basiere auf mehreren Triebfedern: Einerseits steigt die Nachfrage nach Hotelbetten insbesondere in den deutschen Metropolen rasant an. Sie wird dabei sowohl von Freizeittouristen als auch von Geschäftsreisenden gespeist. Andererseits treibt der Mangel an Anlagealternativen das Investmentinteresse an Hotelneubauten voran.

Im Fokus der Investoren: B-Standorte

Hotelinvestoren zieht es laut Bulwien Gesa nicht mehr nur in die Metropolen. Vermehrt werden auch B-, C- und D-Städte nachgefragt, in denen deutliche Angebotsdefizite bestehen.

Seite zwei: Mehr als jedes vierte Zimmer entsteht in Berlin

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