23. Januar 2014, 12:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienbesitz und Vermögensbildung stark korreliert

Der Erwerb einer eigenen Immobilie trägt nach den Ergebnissen aktueller Studien entscheidend zur Vermögensbildung bei. Eigentümer erbringen höhere Sparleistungen als diejenigen, die in alternative Anlagen investieren.

Immobilien

Immobilienbesitz korreliert eng mit einem hohen Vermögenswert – nicht nur aus rein ökonomischen, sondern auch aus mentalen Gründen.

Wer daran zweifelt, dass der Erwerb von Immobilien einer der wichtigsten Faktoren für die Vermögensbildung breiter Bevölkerungsschichten ist, sollte seine Ansicht nach den Ergebnissen der Panelstudie der Deutschen Bundesbank über “Private Haushalte und ihre Finanzen” noch einmal überdenken.

Denn hier wird auf den ersten Blick deutlich: Wer eine Immobilie besitzt, verfügt auch über ein höheres Vermögen. Dass diese beiden Faktoren unmittelbar zusammenhängen, zeigen die Ergebnisse der Studie sehr deutlich.

Viel Beachtung fand vor allem der europäische Vergleich, den die Studie zog: Das Ergebnis, dass der Median des Nettovermögens in Deutschland mit 51.400 Euro deutlich unter dem von Frankreich (113.500 Euro), Spanien (178.300 Euro) und Italien (163.900 Euro) liegt, ließ viele Deutsche aufhorchen. Doch wie erklärt sich eine solche Diskrepanz gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, die Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern durchaus gut gemeistert hat?

Deutliche Unterschiede bei der Wohneigentumsquote

Die Bundesbank weist darauf hin, dass die wesentliche Ursache dafür die unterschiedlich hohe Wohneigentumsquote in südeuropäischen Ländern ist. Während in Deutschland nur 44,2 Prozent der Bürger in den eigenen vier Wänden wohnen, sind es in Spanien 82,7 Prozent, in Italien 68,4 Prozent und in Frankreich 57,9 Prozent.

Bedenkt man, dass die eigengenutzte Immobilie in Deutschland mit durchschnittlich 205.800 Euro in die Berechnung der Vermögenswerte einfließt, wird deutlich, dass Deutschland mit einer halb so hohen Eigentumsquote automatisch nur ein geringeres durchschnittliches Nettovermögen erzielen kann als andere Länder.

Die Bundesbank-Studie zeigt weiter: Es besteht offenbar ein enger Zusammenhang zwischen dem Vermögen und der Ersparnis mit Eigentum am Hauptwohnsitz. Die Tilgungsleistung sei ein “wichtiger Motor für den Vermögensaufbau”, so die Studie der Deutschen Bundesbank.

Vermögen von Mietern und Hauseigentümern sehr ungleich verteilt

Eine nähere Analyse ergab, dass die Sparleistung von Eigentümern mit Hypotheken mit Abstand am höchsten ist, während diejenigen nur wenig sparen, die ihr Haus bereits abbezahlt haben oder die zur Miete wohnen.

Die Folge: Das Vermögen von Mietern und Hauseigentümern ist sehr ungleich verteilt. Während es bei Mietern nur 47.750 Euro beträgt, liegt es bei Hauseigentümern ohne Hypothek fast zehnmal so hoch (457.820 Euro) und bei Hauseigentümern mit Hypothek immerhin fast sechsmal so hoch (270.130 Euro).

Der Einwand liegt nahe, diese Diskrepanz lasse sich allein schon daraus erklären, dass eher die besser verdienenden und vermögenden Personen Immobilien kaufen, sodass der Kauf der Immobilie nicht die Ursache, sondern die Wirkung der besseren Vermögenssituation sei.

Es gibt jedoch mehrere Studien, die belegen, dass dies nicht so ist. So hat schon vor zehn Jahren das Empirica-Institut die Ursachen analysiert, warum Personen mit Immobilienbesitz ein deutlich höheres Vermögen haben.

Die Studie hatte gezeigt, dass Immobilieneigentümer im Alter zwischen 55 und 59 Jahren über etwa sechsmal so viel Vermögen verfügen wie Mieter. Während Immobilieneigentümer damals über 229.000 Euro Vermögen verfügten, waren es bei Mietern nur knapp 37.000 Euro.

Seite zwei: Sparverhalten als Ursache

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Die Top 5 der Woche: Versicherungen

Welche Versicherungsthemen stießen bei den Lesern von Cash.Online in dieser Woche auf besonders großes Interesse? Das neue wöchentliche Ranking zeigt es auf einen Blick.

mehr ...

Immobilien

Realitäts-Check: Wann lohnt sich eine Modernisierung?

Häuser aus der Bauboomphase der 1950er- bis 1970er-Jahre werden für Kaufwillige immer ­interessanter. Doch jede Bauepoche hat ihre Eigenheiten. Käufer sollten auf Expertenrat setzen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Welches sind die fünf relevantesten Meldungen der letzten Woche im Investmentfonds-Ressort? Finden Sie heraus, welche Themen die Cash.-Online-Leser in der vergangenen Woche am meisten interessiert haben:

mehr ...

Berater

Commerzbank: EZB lässt Aktionäre jubeln

Die Commerzbank muss künftig weniger Kapital vorhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die bankspezifischen Kapitalanforderungen (“Pillar 2”) um 0,25 Prozentpunkte auf 2 Prozent gesenkt, teilte das Kreditinstitut am Freitag in Frankfurt mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Themen stießen in dieser Woche auf das größte Interesse bei den Lesern von Cash.Online? Im neuen wöchentlichen Ranking finden Sie die fünf meistgeklickten Beiträge im Ressort Sachwertanlagen.

mehr ...

Recht

Top-Juristen gegen Provisionsdeckel

Ein Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wäre sowohl verfassungsrechtlich als auch europarechtlich unzulässig. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Rechtsgutachten, die auf Veranlassung der Vermittler-Berufsverbände AfW und Votum sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV) erstellt wurden.

mehr ...