14. November 2014, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IVD: Mietanstieg auf breiter Front gestoppt

Der Anstieg bei den Neuvertagsmieten in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr deutlich abgeschwächt – das ist das zentrale Ergebnis des vom Immobilienverband Deutschland (IVD) herausgegebenen Wohn-Preisspiegels 2014/2015. Auch die Kaufpreise für Neubau- und Bestandswohnungen legten weniger stark zu als im Vorjahreszeitraum.

IVD Wohn-Preisspiegel

Der Mietanstieg in den deutschen Großstädten ist nach Einschätzung des IVD bis auf wenige Ausnahmen weitgehend gestoppt.

Die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland sind im vergangenen Jahr flächendeckend in allen Wohnwert- und Baualtersklassen sowie in allen Städtegrößen weniger dynamisch angestiegen als in den Jahren zuvor, teilt der IVD mit.

Mietwachstum knapp über der Inflationsrate

Im deutschlandweiten Durchschnitt zahlen Mieter demnach für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 entstanden ist, 5,78 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Das entspreche einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um lediglich 2,1 Prozent. Der Zuwachs liege damit nur knapp über der Inflationsrate.

Selbst in vielen Großstädten wie Düsseldorf, Frankfurt/Main und Dresden sowie Bonn und Wiesbaden seien die Mieten im Schnitt im vergangenen Jahr überhaupt nicht gestiegen. “Mit den ausbleibenden Mietanstiegen wird dort bereits ein wichtiges Kriterium für die Einführung einer Mietpreisbremse nicht erfüllt”, kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. “Selbst in München käme die Mietpreisbremse angesichts eines deutlich unterdurchschnittlichen Mietanstiegs von 0,84 Prozent nicht zum Tragen.”

Regulierungen des Markts durch den Staat seien daher nicht notwendig, da der Anstieg der Mieten bereits vor Einführung der Mietpreisbremse zurückgehe. Hinzu komme, dass die Mieten – inflationsbereinigt – immer noch unter dem Niveau von vor 20 Jahren liegen würden.

Mietanstieg in Großstädten weitestgehend gestoppt

Die Erkenntnis, dass die Wohnungsmieten in Deutschland zwar weiterhin steigen – jedoch mit deutlich geringerer Dynamik als im Vorjahr, gilt nach Aussage des IVD für alle Städteklassen. Die Neuvertragsmieten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet worden sind, liegen in Städten mit über 500.000 Einwohnern bei 7,96 Euro pro Quadratmeter und damit 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. 2013 waren die Mieten noch um 4,6 Prozent gestiegen.

“Es sind kaum noch Mietpreisentwicklungen zu beobachten, die oberhalb der Inflationsrate liegen”, so Schick. “Die moderate Entwicklung bei den Mieten stellen auch die Researcher von F+B, JLL und Catella fest.” F+B zufolge stiegen die Neuvertragsmieten im Jahresvergleich deutschlandweit lediglich um 1,2 Prozent – ein Wert deutlich unter den Beobachtungen des IVD.

Unter den Städten mit 200.000 bis 500.000 Einwohnern gebe es allein zehn Städte, in denen die Neuvertragsmieten im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen sind. Hierzu zählten beispielsweise Aachen, Mönchengladbach und Erfurt. Einer der Gründe ist Schick zufolge die Entlastung des Mietmarktes durch die hohe Nachfrage auf dem Markt für Eigentumswohnungen.

In den verschiedenen Städteklassen hätten sich die Mieten allerdings sehr unterschiedlich entwickelt. Während in den Metropolen im Durchschnitt knapp acht Euro pro Quadratmeter verlangt würden, seien es in Kleinstädten mit weniger als 30.000 Einwohnern nur rund fünf Euro pro Quadratmeter.

Seite 2: Entwicklung der Kaufpreise verliert an Dynamik

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Brasilien rodet und Zurich pflanzt

In Brasilien fällt immer mehr tropischer Regenwald Rodungen zum Opfer. Mit fatalen Folgen für das Klima und die Artenvielfalt. Die Zurich setzt nun ein Zeichen und unterstützt die Wiederherstellung der Artenvielfalt durch die Anpflanzung von einer Million Bäumen in Brasilien. Partner des Projektes ist die brasilianische Non-Profit-Organisation “Instituto Terra”.

mehr ...

Immobilien

Leipzigs Wohnungsmarkt dreht in Richtung Überversorgung

Leipzig verfügt über einen bezahlbaren Wohnungsmarkt ohne Anspannung. Mehr noch: Aufgrund gegenläufiger Tendenzen – ein stark steigendes Angebot trifft auf eine einbrechende Nachfrage – droht der Markt in Richtung Überversorgung zu drehen.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Krise trifft europäische Banken härter als ihre US-Wettbewerber

Die von der Coronakrise ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen, haben US-Banken scheinbar besser weggesteckt als ihre europäischen Pendants. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Deutschen Bank.

mehr ...

Berater

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...