Kapitalanlage: Immobilien liegen vor Versicherungen

Geht es um die Altersvorsorge, fällt die Wahl der Deutschen zuerst auf eine Anlage im Immobilienbereich. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) halten eine selbstgenutzte Wohnung oder ein selbstgenutztes Haus für geeignet, ergab eine repräsentative Umfrage.

Vermietete Immobilien als Kapitalanlage bei Deutschen beliebt

Immobilien sind aufgrund historisch niedriger Zinsen die inzwischen beliebteste Altersvorsorge der Deutschen. Das ergab eine Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern durch Anlageimmobilien.de, einem Spezialportal für Wohninvestments. Die Anlage-Klassiker dagegen haben an Attraktivität in der Bevölkerung verloren.

So halten eine private Rentenversicherung nur noch 57 Prozent für eine geeignete Absicherung im Alter. Für eine Lebensversicherung würde sich mittlerweile nicht einmal mehr die Hälfte (46 Prozent) entscheiden. Und auch einen Sparvertrag favorisieren nur noch 42 Prozent. Insbesondere die vermietete Immobilie als Kapitalanlage gewinnt an Bedeutung. Das belegt auch das jüngste Vermögensbarometer, das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband Ende vergangenen Jahres veröffentlicht hat.

„Wir stellen fest, dass immer mehr interessierte Anleger ganz gezielt nach einer Wohnung oder einem Haus zur Vermietung suchen. Dennoch hat uns überrascht, wie deutlich die vermietete Immobilie etwa der Lebensversicherung inzwischen den Rang abgelaufen hat“, sagt Michael Huggle, Geschäftsführer von Anlageimmobilien.de.

Deutschland ist zweigeteilt

Auffällig: Wesentlich mehr Menschen in den „alten“ als in den „neuen“ Bundesländern denken über eine vermietete Immobilie als Altersvorsorge nach. So träumen beispielsweise 38 Prozent der Bayern davon, während sich nur 24 Prozent der Menschen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt für eine vermietete Wohnung oder ein Haus interessieren. In Berlin zieht sogar nicht einmal ein Viertel diese Art der Altersvorsore in Erwägung.

Anders sieht es in den westdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen aus, wo 31 Prozent in eine vermietete Immobilie investieren würden. „Der Grund für den Kauf einer fremd genutzten Immobilie liegt auf der Hand: Es ist eine verlässliche Altersvorsorge“, sagt der Geschäftsführer von Anlageimmobilien.de. So sehen es auch die Deutschen: Entscheiden sich doch 86 Prozent von ihnen für den Erwerb einer nicht selbst genutzten Immobilie, weil sie derzeit die sicherste Geldanlage darstellt und der Wert im Fall einer Inflation erhalten bleibt. Für genauso viele Bundesbürger ist sie ein wichtiger Baustein zur Altersvorsorge. Und 84 Prozent der Befragten glauben, dass die Vermietung eine gute Rendite bringt.

Foto: LBS

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