Anzeige
Anzeige
8. Mai 2015, 13:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bausparkasse Schwäbisch Hall will Altverträge kündigen

In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen schließt sich nun auch Branchenprimus Schwäbisch Hall der Kündigungswelle der Bausparkassen an. Das Unternehmen will seinen Bestand um nicht abgerufene Altverträge bereinigen.

 

Bausparen

Die Bausparkassen kündigen zunehmend alte Verträge, die über einen langen Zeitraum nicht in Anspruch genommen werden.

Schwäbisch Hall will seinen Kunden in den nächsten Wochen mitteilen, dass es bestimmte Altverträge zum 31. Dezember 2015 kündigen wird, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Die Verträge, die es jetzt treffe, seien zehn Jahre und länger zuteilungsreif.

Die Kunden hätten bei ihnen bisher aber das Bauspardarlehen nicht in Anspruch genommen. Es gebe sogar noch zahlreiche Verträge aus den 1950er-Jahren.

Insgesamt liege die Zahl der Kündigungen in der Größenordnung von 50.000 Verträgen.

Auch andere Bausparkassen kündigen Altverträge

Vor Schwäbisch Hall hatten schon viele andere Bausparkassen den Schritt angekündigt. So zahlreiche Landesbausparkassen (LBS) oder auch BHW und Wüstenrot. Nach Wüstenrot-Angaben handelt es sich um ein Prozent der Kunden – also rund 30.000 Verträge.

Bundesweit sind laut früheren Medienberichten bisher rund 150.000 Bausparer von den Kündigungen betroffen. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Privaten Bausparkassen, Andreas Zehnder sagte: “Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank drückt auch auf die Erträge der Bausparkassen. Deswegen kommen sie um unpopuläre Maßnahmen nicht herum.”

Dazu gehöre die Kündigung voll besparter Verträge. Sie bieten oft hohe Sparzinsen, die die Verbraucher freuen, für die Bausparkassen aber immer schwerer zu finanzieren sind.

Schwierige Ertragslage durch Niedrigzinsen

Schwäbisch Hall hatte bei der Bilanzpressekonferenz im Januar schon auf die schwierige Lage für die Bausparkassen hingewiesen. Seit damals habe sich die Lage noch einmal verschärft, sagte der Sprecher.

Seitdem die Europäische Zentralbank im März ihr Anleihekaufprogramm über mehr als eine Billion Euro gestartet hat, sind die Zinsen nochmals unter Druck geraten, was die Ertragslage der Bausparkassen drastisch verschlechtert.

Juristische Auseinandersetzungen zu erwarten

Die Bausparkassen sehen sich juristisch auf der sicheren Seite und verweisen auf ein Urteil des Landgerichts Mainz.

Verbraucherschützer bewerten das Vorgehen der Bausparkassen aber kritisch. Weitere Klagen von Bausparkunden seien in Vorbereitung, sagte Niels Nauhauser, der Sprecher der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, den “Stuttgarter Nachrichten”. Vieles spreche dafür, dass der Streitfall am Ende zugunsten der Verbraucher ausgehen werde.

Quelle: dpa-AFX

 

 

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

CDU-Vize Laschet lehnt Bürgerversicherung ab

CDU-Bundesvize Armin Laschet hat einer Bürgerversicherung eine Absage erteilt. Auch das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) meldete sich zur Wort und bezeichnete die Diskussion um unterschiedliche Wartezeiten für privat und gesetzlich Versicherte als “Phantomdebatte”. 

mehr ...

Immobilien

Bundesverfassungsgericht soll Mietpreisbremse prüfen

Das Berliner Landgericht will die Mietpreisbremse vom Bundesverfassungsgericht überprüfen lassen. Die 67. Zivilkammer des Gerichts hatte bereits im September erklärt, das Gesetz für nicht verfassungsgemäß zu halten. Nun legt die Kammer diese Frage in einem anderen Mietstreit den Karlsruher Richtern vor.

mehr ...

Investmentfonds

Axel Springer gründet Medien-Start-ups-Fonds mit Martin Varsavsky

Der Axel Springer Verlag gründet einen Fonds, der sich an Start-ups aus der Medienbranche beteiligen will. Unterstützung bekommt Springer dabei von Martin Varsavsky, der seit 2014 im Aufsichtsrat des Verlages sitzt.

mehr ...

Berater

VÖB: Kompromiss bei Kapitalregeln zum Nachteil deutscher Banken

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) glaubt, dass die Einigung auf schärfere Kapitalregeln (“Basel III”) sich nachteilig für deutsche Institute auswirken wird. Viele Banken hätten schon jetzt Schwierigkeiten, ertragreich zu wirtschaften.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin warnt vor weiterem Pseudo-Finanzdienstleister

Die Finanzaufsicht BaFin weist erneut auf ein Unternehmen hin, das über keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) verfügt. In diesem Fall hatte der Finanzdienstleister dreist das Gegenteil behauptet.

mehr ...

Recht

Wie Patchwork-Familien am besten für den Notfall vorsorgen

Patchwork-Familien sind heute gang und gäbe. Da deutsche Gesetze jedoch häufig noch auf dem traditionellen Familienbild basieren, ist es für diesen Familien-Typus umso wichtiger, eigenständig Vorkehrungen für Ernstfälle zu treffen.

Gastbeitrag von Margit Winkler, Institut Generationenberatung

mehr ...