Deutsche Bank: Fährt die Wohnungspolitik an die Wand?

„Daher muss die Marschrichtung vielmehr lauten: bauen, bauen, bauen – nur so kann man in den nächsten Jahren dem Nachfrageüberhang Herr werden“, so Möbert. Die jüngsten Vorschläge der Bundesregierung, Mini-Wohnungen zu fördern und auch seitens des Bundes mehr Bauflächen bereitzustellen, gingen in die richtige Richtung.

Fördermaßnahmen bisher nicht ausreichend

Die anvisierten 120 Millionen Euro an bundesweiten Fördermaßnahmen werden aber kaum mehr als ein paar tausend zusätzliche Mini-Wohnungen entstehen lassen, so Möbert. Der Nachfrageüberhang liege jedoch in vielen Städten bei jeweils mehreren tausend fehlenden Wohnungen.

Daher halte die Deutsche Bank verbesserte Abschreibungsregeln in der aktuellen Marktphase für die richtige Medizin. Gewähre man diese nur für den Neubau,so  steige automatisch die Kreditnachfrage derjenigen, die neuen Wohnraum schaffen wollen.

Gleichzeitig würden denjenigen, die in Bestandsobjekte investieren und lediglich auf steigende Preise setzen, signalisiert, dass es bald mehr Wohnraum geben wird und der Preisdruck künftig nachlässt. Folglich sollte deren Kreditnachfrage tendenziell sinken.

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„Durch diese Maßnahme sollten deutlich mehr Wohnungen entstehen und die makroprudentiellen Risiken zusammen mit dem Preisdruck sinken“, so Möbert. Zentral bei der Umsetzung des Vorschlags sei die zeitliche Begrenzung der Anreize. So könne ein Überangebot an Wohnungen am Ende des aktuellen Hauspreiszyklus vermieden werden.

Gefahr einer Marktüberhitzung

Andernfalls, wenn die Bautätigkeit träge bleibe, drohe die bisher stattfindende Preisnormalisierung erst zu einer Übertreibung zu führen und mittelfristig in einer Preiskorrektur zu enden. Die volkswirtschaftlichen Kosten einer solchen Fehlentwicklung würden die fiskalischen Kosten verbesserter Abschreibungsregeln schnell um ein Vielfaches übersteigen.

„Deswegen sollte die Bundesregierung dringend ihre bisherige Strategie, Wohnungspolitik als Instrument der Sozialpolitik zu verstehen, überdenken und ein Gesamtpaket zur Ankurbelung des Wohnbaus in den Großstädten und Metropolregionen vorlegen. Verbesserte Abschreibungsregeln für den Neubau sollten den Kern des Pakets bilden“, unterstreicht Möbert. (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

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