Kartellamt: Keine Bedenken gegen Übernahme von Deutsche Wohnen durch Vonovia

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Pläne des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia zur Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen geben. Eine marktbeherrschende Stellung von Vonovia oder eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs seien durch den Zusammenschluss nicht zu befürchten, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag.

Die Fusion der Immobiliengesellschaften Vonovia und Deutsche Wohnen rückt näher.

Zwar würde Vonovia werde bei einem Erfolg des Übernahmeangebots die Zahl der Wohnungen im Eigenbesitz auf mehr als 500.000 steigern. Doch die Folgen für den Wohnungsmarkt wären nach Einschätzung der Wettbewerbshüter gering. Eine Untersuchung der betroffenen lokalen und regionalen Märkte habe ergeben, dass Privatvermieter, kommunale Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften und gewerbliche Anbieter auch weiterhin für genug Konkurrenz sorgen würden.

Keine Bedenken seitens des Kartellamts

Mundt betonte, die Wettbewerbsbehörde habe bei ihrer Untersuchung ein spezielles Augenmerk auf den Bereich der Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen mit normaler Ausstattung und einer Nettokaltmiete bis sieben Euro je Quadratmeter gelegt. Sie werden zumeist von Familien mit niedrigen bis mittlerem Einkommen genutzt und spielen im Portfolio der Wohnungsgesellschaften eine wichtige Rolle. Doch auch in diesem Marktsegment habe das Kartellamt keine Hinweise auf eine kritisch zu bewertende Marktkonzentration gefunden.

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Vonovia bietet für den Kauf des Konkurrenten rund 14 Milliarden Euro, stößt aber bei seinem Angebot auf den Widerstand des Deutsche-Wohnen-Vorstands, das einen Zusammenschluss als „wertvernichtend“ ablehnt. Die Entscheidung liegt jetzt bei den Aktionären der Deutsche Wohnen. Sie haben bis zum 26. Januar Zeit zu überlegen, ob sie das Angebot der Vonovia annehmen wollen.

Damit die Übernahme zustande kommt, müssten dem Bochumer Konzern mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angeboten werden. Vonovia wäre nach der Übernahme rund viermal so groß wie der nächste Konkurrent.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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