S&K: Verteidiger rechnet mit dreijähriger Prozessdauer

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Anlagebetrüger rund um die Frankfurter Immobilienfirma S&K kommt nicht in Fahrt. Bereits der erste Befangenheitsantrag gegen die Berufsrichter bremste die 28. Strafkammer am Landgericht Frankfurt am Main aus.

Insgesamt wurden laut Staatsanwaltschaft rund 11.000 Direktanleger geschädigt sowie tausende weiterer Investoren, die über Fonds bei S&K investiert hatten.

Gesprochen wurde im voll besetzten Saal zunächst nur über Formalien, bis sich das Gericht nach mehreren Unterbrechungen auf den kommenden Dienstag vertagte. Der Anklagesatz mit mehr als 1.700 Seiten wurde noch nicht verlesen.

Die entscheidende bundesweite Razzia gegen die mutmaßlichen Betrüger Stephan Schäfer und Jonas Köller gab es zu Jahresbeginn 2013. Die Ermittler stellten damals Vermögen im Wert von rund 55 Millionen Euro sicher. Für Schlagzeilen sorgten Berichte über ihren protzigen Lebensstil.

Vorwurf der unzulänglichen Aktenkenntnis

Dieser bot auch den Anlass für den Befangenheitsantrag. Er kam vom Anwalt einer Ex-Freundin von Schäfer, die unter anderem einen geschenkten Sportwagen und eine Nobel-Uhr wieder herausgeben soll. Das Landgericht hatte nach Ansicht des Juristen bei diesem Detail in seinem Eröffnungsbeschluss einen um rund 22.000 Euro höheren Betrag angesetzt als von der Staatsanwaltschaft festgesetzt. Dies lasse auf unzulängliche Aktenkenntnis schließen.

Insgesamt wurden laut Staatsanwaltschaft rund 11.000 Direktanleger geschädigt sowie tausende weiterer Investoren, die über Fonds bei S&K investiert hatten. Teilweise wohl auch ohne eigenen Willen, denn die mutmaßlichen Betrüger sollen auch fremde Fondsgesellschaften aufgekauft und deren Mittel in die eigenen Kanäle umgeleitet haben. Rund 1.300 Opfer lösten ihre Lebensversicherungen auf, um bei S&K einsteigen zu können.

Verlesung der Anklage könnte acht Wochen dauern

Der Angeklagte Stephan Schäfer hatte vor eineinhalb Jahren einen Fluchtversuch unternommen und wurde am Donnerstag mit Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Man werde beweisen, dass die Angeklagten weder Betrug noch Untreue begangen hätten, sagte sein Verteidiger Ulrich Endres nach dem ersten Verhandlungstag. Ein etwas holpriger Start sei bei einem derartigen Großverfahren normal. Die Anklage werde seiner Einschätzung nach in sechs bis acht Wochen verlesen sein. „Wir alle gehen davon aus, dass das Verfahren drei Jahre dauert.“

Quelle: dpa-AFX

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Foto: Shutterstock

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