29. September 2016, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

34i GewO: Der Countdown läuft

Außerdem ist eine Registrierungspflicht vorgesehen. Auf Baufinanzierungsvermittler kommt zudem ein erheblicher bürokratischer und administrativer Mehraufwand zu. Mit der Abfrage der Kundenpräferenzen, den vorvertraglichen Informationen, der Checkliste zur Risikoaufklärung, dem Europäischen Standardisierten Merkblatt (ESIS) und dem Darlehensvermittlungsvertrag muss der Vermittler eine umfangreiche Informations- und Dokumentationspflicht erfüllen. Außerdem ist er angehalten, eine eingehende Kreditwürdigkeitsprüfung des Darlehensnehmers vorzunehmen.

Umfangreiche neue Prüfungspflichten

Werden bei einer Finanzierung drei unterschiedliche Darlehenstranchen eingesetzt, zum Beispiel zwei unterschiedliche Zinsbindungen und ein KfW-Darlehen, potenziert sich der Papierberg. Für den Berater ist das sehr zeitaufwendig. Ob dem Kunden die Finanzierung transparenter und verständlicher erscheint oder eher eine “Informationsüberflutung” droht, bleibt abzuwarten. Darüber hinaus soll der Makler eine ausreichende Zahl an Darlehensverträgen auf ihre Geeignetheit prüfen und unter anderem zu möglichen Laufzeiten der Darlehen und dem Anschlussrisiko informieren.

Banken müssen durch die Umsetzung der WIKR zeit- und kostenintensive Veränderungen ihrer internen Prozesse verarbeiten. Ob sie die Zusatzkosten durch die Verteuerung der Baufinanzierungskonditionen kompensieren werden, hängt vom Verhalten der Wettbewerber ab. Was sich bereits jetzt abzeichnet, ist die Verschärfung der Finanzierungskriterien. Nischen wie die schlanke Bonitätsprüfung bei einem Beleihungsauslauf von unter 60 Prozent – hiervon profitierten vor allem Selbstständige – werden wegfallen.

Einschränkungen für Darlehensnehmer

Auch auf Seiten der Darlehensnehmer ist die WIKR mit Einschränkungen verbunden. Banken müssen die künftige, meist überschaubare Rente des Darlehensnehmers nun einberechnen. Da diese Berechnung nur eine unscharfe Prognose sein kann und Banken bei der Interpretation der WIKR keinen Fehler machen möchten, müssen die Darlehensnehmer bei vielen Instituten de facto bis zur Rente schuldenfrei sein.

Die Tendenz geht insofern zu einer hohen Tilgung und kürzeren Laufzeiten. Prinzipiell ist das insbesondere in einer Niedrigzinsphase eine vernünftige Entwicklung – Rentner sollten in Konsequenz nicht von der Wohneigentumsbildung ausgeschlossen werden. Selbst für ältere Arbeitnehmer wird es nun schwieriger. Da die Immobilie bei zahlreichen Banken de facto vor der Rente abgezahlt sein muss, müsste beispielsweise ein 55-jähriger Arbeitnehmer in kurzer Zeit sehr viel tilgen – eine Finanzierung lässt sich unter diesen Umständen häufig nicht mehr umsetzen.

Seite drei: Zahl der Baufinanzierungsberater wird sinken

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

HDI Deutschland akquiriert Internetagentur mantel + schölzel

Nach rund 20-jähriger Zusammenarbeit übernimmt HDI Deutschland den Kasseler Softwareentwickler mantel + schölzel. Damit erweitert HD seine Digitalkompetenzen und gewinnt knapp 20 ausgewiesene IT- und Digitalexperten dazu, die vor allem im Frontend-Bereich für Vertriebsanwendungen eingesetzt werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Unsichtbaren Wohnraum nutzen

In deutschen Metropolen sind viele ältere Bestandswohnungen zu groß, denn die Bevölkerung wird vor allem in Großstädten immer mehr zur Single-Gesellschaft. Es werden daher mehr kleinere Apartments statt großzügig geschnittener Wohnungen benötigt. Doch anstatt die Flächeneffizienz im Bestand zu verbessern, wird sie aktiv verhindert. Schuld daran ist unter anderem die verstärkte Ausweisung von Milieuschutzgebieten.

mehr ...

Investmentfonds

Quirin Privatbank baut Drittvertrieb auf

Die Quirin Privatbank nutzt ab sofort auch den Drittvertrieb, um neue Kunden zu gewinnen. Bundesweit möchte das Institut Kooperationspartner wie unabhängige Makler und Finanzanlagenvermittler für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewinnen. Verantwortet wird der Drittvertrieb von Hartmut Herzog, CEFA.

mehr ...

Berater

Robert Half-Studie: Diesen Jobs gehört die Zukunft

Die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, welche Jobs im IT-, Finance- und kaufmännischen Bereich eine zunehmend wichtige Rolle spielen und welche Voraussetzungen Bewerber mitbringen müssen, um in Zukunft am Arbeitsmarkt besonders gefragt zu sein.

mehr ...

Sachwertanlagen

Steuerfalle Verkauf von Unternehmensanteilen

Bei der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Eigner von Geschäftsanteilen sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

mehr ...