20. September 2016, 09:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: Lieber Haus statt Rente

Fast 70 Prozent der Deutschen verlassen sich lieber auf die eigene Immobilie statt auf die Rente. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Haus-paar-rente-altersvorsorge-vorsorge-alter-shutterstock 352272266 in Altersvorsorge: Lieber Haus statt Rente

Glückliches Ehepaar vor seinem Eigenheim. Knapp 70 Prozent der Deutschen vertrauen der eigenen Immobilie mehr als der gesetzlichen Rente, wenn es um die Altersvorsorge geht.

Die Rente kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus. Viele Experten gehen inzwischen von einer deutlich längeren Lebensarbeitszeit aus. Dennoch wird laut der Umfrage die Sicherheit der gesetzlichen Rente regelmäßig in Frage gestellt. Viele Deutsche würden darauf mit privater Vorsorge reagieren und mit der Investition in eine Immobilie vorsorgen.

In der Umfrage von TNS Emnid gaben 68 Prozent der Deutschen an, dass sie die eigene Immobilie für eine bessere Vorsorge halten als die gesetzliche Rente. 18 Prozent würden beide als gleichwertig ansehen, sieben Prozent würden die staatliche Rente vorziehen.

Großteil der Mieter betrachtet eigene Immobilie ebenfalls als bessere Vorsorge fürs Alter

Unter den Immobilienbesitzern halten nach Angaben von TNS Emnid drei Viertel das eigene Haus oder die eigene Wohnung für die bessere Altersvorsorge. Bei denen, die einen Erwerb planen, seien es 78 Prozent. Selbst in der Mieter-Grupp würden 58 Prozent die eigene Immobilie als die bessere Alternative betrachten.

Unabhängig davon, ob die eigene Immobilie die bessere Altersvorsorge ist, würden 80 Prozent der Eigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung auch im Alter nutzen wollen. Bei denen, die einen Kauf planen, seien es sogar 91 Prozent.

Mehrgenerationenhäuser werden beliebter

15 Prozent der Befragten, die schon über eine Immobilie verfügen, wollen sie laut Umfrage im Alter als Mehrgenerationenhaus nutzen. Bei denen, die noch planen, seien es sogar 28 Prozent, sie planen auch, in der eigenen Immobilie alt zu werden. Jeder zehnte, der die eigene Immobilie schon besitzt, wolle seine Immobilie im Alter verkaufen, um eine kleinere seniorengerechte Wohnung zu erwerben. 

43 Prozent der Befragten besitze bereits eine Immobilie, jeder Fünfte plane der Kauf. Besonders stark sei der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bei den bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe würden sechs von zehn der Befragten eine eigene Immobilie planen. Bei den 30- bis 39-Jährigen seien es noch 41 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen nur noch 15 Prozent.

Finanzierungsfrage: Erster Platz für Eigenkapital

Schwäbisch Hall empfiehlt, rund 25 Prozent der Bausumme über Eigenkapital zu erbringen, denn das Eigenkapital bilde einen wichtigen Baustein jeder soliden Immobilienfinanzierung. Dazu zähle auch ein Bausparvertrag.

Etwa 50 Prozent sollten über ein Bankdarlehen erfolgen und 25 Prozent über ein Bauspardarlehen, so der Ratschlag des Unternehmens. Den Befragten, die einen Immobilienkauf planen, sei der Bausparvertrag sogar wichtiger als ein Bankdarlehen (Mehrfachnennungen waren möglich): an erster Stelle stehe mit 62 das Eigenkapital, auf Platz zwei und drei seien Bausparvertrag und Bankdarlehen mit 56 und 43 Prozent.

Altersvorsorge schon früh nutzen

“Die Umfrage bestätigt, dass die eigene Immobilie als Altersvorsorge bei den Deutschen hoch im Kurs steht. Im Gegensatz zu einer Geldrente kann sie schon vor dem Ruhestand genutzt werden. Darüber hinaus schützt die vermiedene Miete vor Altersarmut”, sagt Karsten Eiß, Baufinanzierungsexperte von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

“Bausparen ist für viele Menschen der Wegbereiter in die eigenen vier Wände. Es dient der Eigenkapitalbildung und macht es vor allem jungen Sparern und Familien mit Kindern leicht, regelmäßig zu sparen. Hinzu kommen staatliche Förderungen wie Wohn-Riester, vermögenswirksame Leistungen und die Wohnungsbauprämie, die mit einem Bausparvertrag genutzt werden können”, fügt Eiß hinzu.

Eigene Immobilie oft zu teuer

Auch wenn der Wunsch nach einer eigenen Immobilie in den letzten Jahren stetig gestiegen sei, hätten sich 36 Prozent der Befragten aus unterschiedlichen Gründen gegen eine Immobilie entschieden (Mehrfachnennungen waren möglich):

68 Prozent können sich laut Umfrage eine Immobilie nicht leisten, für 40 Prozent sind die Immobilienpreise zu hoch. 29 Prozent würden sich ungern so lange festlegen. Für 22 Prozent scheitere es an der komplizierten Finanzierung. Und nur zwölf Prozent würden keine passende Immobilie finden. (kl)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verbraucher wissen kaum, was Beratung kostet

Nur wenige Verbraucher kennen die tatsächlichen Kosten bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Gleichzeitig sind Nettoversicherungen als Alternative zu Provisionstarifen immer noch nicht in der Breite bekannt. Viele Kunden wissen nicht, ob sie diese Produkte bei ihrem Finanzberater oder ihrer Versicherungsgesellschaft abschließen können.

mehr ...

Immobilien

Senioren-Immobilien: Betreiber erobern den Markt zurück

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat sich am Markt für Senioren-Immobilien der Trend des letzten Jahres weiter verfestigt: Die Übernahmen von Betreibergesellschaften durch Private Equity-Gesellschaften sind deutlich zurückgegangen, die Zahl der Betreiber-Transaktionen ist stark gestiegen.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...