Eigenheimfinanzierung: Worauf Hauskäufer achten sollten

Viele Deutsche wünschen sich eine eigene Immobilie. Das Niedrigzinsumfeld erleichtert die Finanzierung, dennoch sollten Immobilienkäufer gut planen. Dazu rät die Landesbausparkasse (LBS) Bayern.

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Niedrige Zinsen können in die Tilgungsfalle führen. Davor warnt die LBS Bayern.

Die historisch niedrigen Zinsen erleichtern den Weg zur Wunschimmobilie. Dennoch sollten Bauherren und Immobilienkäufer einige wichtige Punkte beachten, damit ihre Finanzierung eine solide Basis hat, rät die LBS Bayern.

Eigenkapital

Zu einer soliden Finanzierung gehört ausreichendes Eigenkapital. Etwa 20 Prozent sollten es im Normalfall mindestens sein, rät die LBS.  Bei Kosten von 300.000 Euro sollte man beispielsweise 60.000 Euro Eigenkapital einplanen. Guthaben auf einem Bausparvertrag zählen dazu.

Tilgung

Immobilienfinanzierer können sich dank der niedrigen Zinsen höhere Kreditsummen leisten als vor einigen Jahren. Darin liege bei Annuitätendarlehen aber auch ein Risiko: Je niedriger die Zinsen sind, desto länger dauere bei gleicher prozentualer Anfangstilgung die Entschuldung.

Wer ein Darlehen über 200.000 Euro aufnimmt mit einer jährlichen Anfangstilgung von einem Prozent benötigt bei einem Zinssatz von sechs Prozent gut 32 Jahre, bis er schuldenfrei ist, erklärt die LBS. Bei einem Zinssatz von nur drei Prozent benötige man bei einem Prozent Anfangstilgung mehr als 46 Jahre.

Da bei niedrigeren Zinsen die monatliche Belastung deutlich geringer sei, sollte dieser Spielraum zu höheren Tilgungssätzen genutzt werden. Nur so könne eine schnelle und günstige Rückzahlung des Darlehens erreicht werden und das Risiko einer steigenden Belastung nach Ablauf der Sollzinsbindung reduziert werden.

Niedrigzins sichern

Wann die Zeit der Niedrigzinsen endet, könne niemand voraussehen. Wer seine Finanzierung mit einem Bausparvertrag kombiniert, könne sich das heutige niedrige Zinsniveau bis zur letzten Rate sichern, auch wenn diese erst in 20 oder 25 Jahren fällig ist.

Diese Zinssicherung sei im jetzigen Umfeld besonders attraktiv. Für Haushalte, die ihre Finanzierung bei einem deutlichen Zinsanstieg nicht mehr tragen könnten, sei eine langfristige Zinssicherung sogar von existenzieller Bedeutung.

Wohnriester einbinden

Die staatliche Wohnriester-Förderung kann bei einer Eigenheimfinanzierung laut LBS Vorteile von mehreren zehntausend Euro bieten. Das spare Zinsen und verkürze die Finanzierungslaufzeit erheblich. Wohnriester könne sich für Familien mit Kindern ebenso lohnen wie für Besserverdiener. Es bestünden keine Einkommensgrenzen. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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