Anzeige
15. August 2016, 10:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einkommen wachsen schneller als Mieten

In vielen Regionen Deutschlands können sich die Menschen einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zufolge heute größere Mietwohnungen leisten als noch vor sechs Jahren. 

Haus-geld-shutt 200541344 in Einkommen wachsen schneller als Mieten

Trotz der dynamischen Entwicklung am Mietpreismarkt können sich Mieter im Schnitt heute größere Wohnungen leisten.

Im Schnitt kann ein privater Haushalt heute 94 Quadratmeter mieten, wenn er ein Viertel seines verfügbaren Einkommens dafür einsetzt. Das sind zwei Quadratmeter mehr als noch 2010. Dies geht aus der Gegenüberstellung von Wohnkosten und verfügbarem Einkommen des IW hervor. Die Wohnkosten schließen dabei auch die meisten Nebenkosten für die Wohnung mit ein.

Unterschiede zwischen Kreisen wachsen

Bundesweit seien die Mieten seit dem Jahr 2010 mit 10,2 Prozent weniger stark gestiegen als das verfügbare Einkommen der Haushalte mit 11,5 Prozent. Allerdings: Das Gefälle zwischen den einzelnen Kreisen hat in den letzten Jahren zugenommen.

Nur in etwa einem Viertel aller Kreise und kreisfreien Städte kann sich ein Durchschnittshaushalt weniger Wohnfläche leisten als vor sechs Jahren. Unter den zehn größten Städten gilt das für Berlin, Stuttgart und Dortmund.

Hohes Tempo der Veränderung in Berlin

“In Berlin ist die Entwicklung sehr markant, weil die Veränderung so schnell stattfindet”, sagt Ralph Henger, Volkswirt mit Schwerpunkt Finanz- und Immobilienmärkte beim IW. Die Bevölkerung der Hauptstadt ist in den vergangenen sechs Jahren um fast eine Viertelmillion auf 3,61 Millionen Einwohner gestiegen. Es liegt auf der Hand, dass dadurch Wohnraum knapper wird.

In den größten deutschen Städten sind die örtlichen Mieten den Angaben zufolge zwischen 2010 und 2016 um 26 Prozent im Fall Berlins, 14 Prozent in München oder zwölf Prozent in Hamburg gestiegen. Dort kann ein Durchschnittshaushalt laut der Untersuchung mit einem Viertel seines Einkommens lediglich eine 70-Quadratmeter-Wohnung bezahlen.

Münchens Mieten sind nicht familienfreundlich

In Frankfurt am Main und München sieht es ähnlich aus. Dort ist die Kaufkraft zwar fast gleich geblieben oder sogar leicht gestiegen. Trotzdem: “München ist mit den höchsten Mieten für viele Familien kaum bezahlbar”, erklärt Henger.

“Flächendeckend ist die Lage nicht dramatisch”, sagt er. “Ohne den Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr hätte die Dynamik in Deutschland sogar nachgelassen.” Nur in fünf Prozent aller untersuchten Kreise liege die Durchschnittsmiete auf dem hohen Niveau von über neun Euro je Quadratmeter. “Zum Vergleich: 6,90 Euro ist die Durchschnittsmiete in Deutschland”, so Henger.

Am meisten Wohnfläche kann sich ein durchschnittlicher Haushalt im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau oder in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) leisten, wo ein Viertel des Einkommens für etwa 120 Quadratmeter reicht.

Teure Universitätsstädte

Schlusslichter sind die vier Universitätsstädte Trier, Freiburg, Heidelberg und Würzburg. Dort ermöglicht ein Viertel des Durchschnittseinkommens gerade einmal die Hälfte der Fläche.

Hohe Mieten von mehr als neun Euro je Quadratmeter und eine überdurchschnittliche Mietsteigerung von über 2,5 Prozent stellen die Wissenschaftler allerdings nur an zwei Orten fest: in Stuttgart und Ingolstadt.

“Stuttgart ist aufgrund seiner Topographie im Stadtzentrum teuer. Die Entwicklung ist aber auch hier sicher nicht dramatisch”, sagt Henger. “In Ingolstadt sehen wir eine starke Dynamik vor allem aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung.”

Entspannung wahrscheinlich

Deutschlandweit rechnet das IW mit einer Entspannung auch in den Großstädten: “Wir erwarten, dass die Dynamik abnimmt. Die Bautätigkeit zieht an. Aber es dauert drei bis fünf Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung der Wohnungen.” (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Assekuranz 4.0: Wie der Sprung in die Zukunft gelingt

In zehn bis fünfzehn Jahren wird die Branche kaum wiederzuerkennen sein. Welche Änderungen und Herausforderungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche jetzt zukommen.

Gastbeitrag von Dr. Holger Rommel, Adcubum AG und Vincent Wolff-Marting, Versicherungsforen Leipzig

mehr ...

Immobilien

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Die aktuelle Entwicklung reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, konstatieren die Immobilienverbände und mahnen weitere Maßnahmen an.

mehr ...

Investmentfonds

Türkei-Krise: Nach 2008 haben sich Anleger viel Hornhaut zugelegt

Die Währung ist der Aktienkurs eines Landes. Angesichts des aktuellen dramatischen Verfalls der türkischen Lira haben wir es also mit einem “Mega-Aktiencrash” zu tun. Dabei war das Land früher ein wahrer Outperformer, ein Aktienstar. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ab 2002 hat ein gewisser Herr Erdogan eine marode türkische Volkswirtschaft mit harten Wirtschaftsreformen in eine blühende Landschaft verwandelt. Doch dann wiederholten sich die typischen Fehler von Schwellenländern. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt-Börse forciert ihre Erstmarkt-Aktivität

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG hat ihre Website Erstmarkt.de einem Relaunch unterzogen und unternimmt einen Neustart mit zunächst fünf Fonds. Zielsetzung ist der Online-Vertrieb neuer Publikums-AIFs.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...