Anzeige
10. November 2016, 14:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

US-Wahl: Folgen für die Zinsentwicklung noch unklar

Wie wird sich die Wahl in den USA auf die Zinsen in Deutschland auswirken? Der Lübecker Finanzdienstleister Dr. Klein gibt eine Einschätzung der Situation ab.

Haus-chart-shutt 370019465 in US-Wahl: Folgen für die Zinsentwicklung noch unklar

Vor dem Wahlausgang rechneten viele Experten damit, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen im Dezember minimal anheben werde.

Der Sieg von Donald Trump kam unverhofft, war er doch von der Mehrzahl der Meinungsforscher als höchst unwahrscheinlich eingestuft worden. Erste Reaktionen: An den Börsen ging es turbulent zu. Doch mittlerweile haben sich die Stände wieder etwas erholt.

Wie sich die Wahl im Detail auswirken wird, kann wohl kaum jemand voraussehen, gerade weil Trump im Wahlkampf immer wieder durch nicht konsistente Äußerungen auffiel.

 Für Experten war es nicht verwunderlich, dass Janet Yellen, Chefin der amerikanischen Notenbank (Fed), die Zinsen am 2. November nicht anhob, um die Wahl nicht im Vorfeld zu beeinflussen.

Auch wenn Trump ihr gerade das immer wieder lautstark vorwarf: Yellen unterstütze Hillary Clinton und halte die Zinsen niedrig, damit die Wirtschaft prosperiere und die Wähler zufrieden seien. Die USA seien bereit für höhere Zinsen. Er werde Yellen direkt des Amtes entheben, so Trump im Wahlkampf.

Wird die Fed die Zinsen anheben?

So bleibt die Frage spannend, ob sich die Fed-Chefin in der derzeitigen Situation am 14. Dezember, wenn Trump noch nicht im Amt ist, zu einem nächsten Zinsschritt durchringen kann. Yellen äußerte zuletzt – wenn auch leise – Andeutungen, eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr sei denkbar.

Vor dem Wahlausgang rechneten viele Experten damit, dass die Zinsen im Dezember von der Fed minimal angehoben würden. Demgegenüber steht die These, Yellen möchte die Märkte beruhigen und werde die Zinsen auf dem derzeitigen Niveau von 0,25 bis 0,5 Prozent belassen.

Uneinheitliche Signale aus der EZB

Den letzten Schritt nach oben auf der Zinsleiter unternahm die US-Notenbank im Dezember 2015.

 Seitdem hat sich der europäische Leitzins ein Mal verändert: Im März ging er zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Zentralbank (EZB) auf null Prozent – entwickelte sich also konträr zum Fed-Zins.

Mario Draghi, Chef der EZB, äußerte sich auf der letzten Sitzung Ende Oktober 2016 erneut uneindeutig. Er behielt den Status quo bei und wies vorsichtig auf eine etwaige Weichenstellung im Dezember hin. Heute wurden jedoch Stimmen aus der EZB laut, wonach man ruhiger als die Märkte reagieren werde und weiterhin die Zielinflationsrate von zwei Prozent im Auge behielte.

Rendite von Staatsanleihen und Verbraucherpreise steigen leicht

Anfang Oktober zog die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen leicht an. Sie beeinflussen die Baufinanzierungszinsen ganz direkt: Steigen die Zinsen der Staatsanleihen, verteuern sich die Zinsen für Pfandbriefe, mit denen Banken häufig ihre Baudarlehen refinanzieren.

Diese teureren Refinanzierungskosten geben sie in der Regel in Form von höheren Bauzinsen an die Kunden weiter. Auch die Verbraucherpreise legten im Oktober um 0,8 Prozent erneut leicht zu.

Bewegung bei den Baufinanzierungszinsen 


„Erstmals seit langem konnten wir wieder steigende Zinsen von knapp 0,2 Prozentpunkten innerhalb von wenigen Tagen sehen“, sagt Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein & Co. AG. „Dadurch wurde die lang anhaltende Tendenz nach unten gestoppt. Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen bleiben trotzdem auf einem extrem günstigen Niveau. Wenn wir ein Jahr zurückschauen, haben sich die Zinsen fast halbiert“, so Neumann weiter. Aus Sicht von Neumann bestünde für Darlehensnehmer derzeit keine Gefahr eines eklatanten Zinssprungs.

Quelle: Dr. Klein & Co. AG

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Frauen gehen häufiger zum Zahnarzt als Männer

Frauen gehen in Deutschland deutlich häufiger zum Zahnarzt als Männer. Während 2016 nur 67,6 Prozent der Männer mindestens einmal zum Zahnarzt gingen, waren es bei den Frauen 75,4 Prozent, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Zahnreport der Barmer-Krankenkasse hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...