Anzeige
3. Juni 2016, 08:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

WIKR behindert Altersvorsorge mit Wohneigentum

Die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) ist seit dem 21. März 2016 in Kraft. Es kristallisiert sich heraus, dass einige Bevölkerungsgruppen wie Rentner, ältere Arbeitnehmer, Berufseinsteiger und Personen mit geringem Einkommen durch die strengen Auflagen einen erheblich erschwerten Zugang zu einer Baufinanzierung haben. 

Qualitypool-Neumann in WIKR behindert Altersvorsorge mit Wohneigentum

Michael Neumann, Qualitypool: “WIKR wir eine nachhaltige Finanzberatung etablieren”

“In der Praxis zeigt sich, dass die Umsetzung der WIKR das Bestreben der Bundesregierung konterkariert, möglichst viele Bürger zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge anzuregen”, sagt Michael Neumann, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. “Das Eigenheim ist die klassische Altersvorsorge – zumal andere Vorsorgemöglichkeiten aufgrund der Niedrigzinsphase derzeit keine wirkliche Alternative sind.”

Jüngere Arbeitnehmer benachteiligt

Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass Immobilienkredite aus Sicht vieler Anbieter im Rahmen der statistischen Lebenserwartung zurückgeführt werden sollen. Zudem verlangt das neue Gesetz die Berücksichtigung der zukünftigen – meist überschaubaren – Rente. Viele Banken sind hinsichtlich der Interpretation der WIKR zurückhaltend und erwarten daher, dass Darlehen mit dem Renteneintritt abgezahlt sind. In der Praxis führt dies dazu, dass viele Rentner vom Baufinanzierungsmarkt abgeschnitten werden und ältere Arbeitnehmer unerschwinglich viel tilgen müssen. Auch für jüngere Arbeitnehmer wird es schwierig: Die Vorausberechnung von Gehalt und Rente erfasst weder  mögliche Gehaltssteigerungen noch Beförderungen. Auch Personen mit wenig Eigenkapital und einem moderaten Einkommen wird die Bildung von Wohneigentum erschwert. Denn bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit hat der Immobilienwert gegenüber dem Einkommen und dem Eigenkapital an Bedeutung verloren.

Auch Grenzgänger trifft die neue Regulierung: “Absurd ist, dass Pendler, die in Deutschland leben, ihr Gehalt aber im Ausland in einer anderen Währung als dem Euro – beispielsweise in Schweizer Franken oder der Dänischen Krone – beziehen, häufig kein Immobiliendarlehen in Deutschland mehr abschließen können”, kommentiert Neumann. “Die WIKR-Anforderungen sind so konzipiert, dass Banken lieber davon absehen, dieser hochinteressanten Zielgruppe einen Kredit anzubieten.”

Seite zwei: WIKR fördert Professionalisierung der Baufinanzierungsbranche 

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Das WIKR ist völlig überflüssig und verhindert für einen Teil der Bevölkerung den aufbau einer lohnenden Altersvorsorge. Die Politik übertreibt es mit den Regulierungen

    Kommentar von Jan Lanc — 3. Juni 2016 @ 18:02

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...