Dr. Klein: Kommt die Zinswende?

Ein möglicher Zinsanstieg basiert aber vor allem auf Psychologie. Denn wir reden hier von einem sehr langen Zeitraum bis zur Umsetzung der Reformen, deren Wirkung sich erst Jahre später zeigen wird.

Überraschender Sprung der Inflationsrate in Deutschland

Nachdem die Inflationsrate im März zunächst wieder zurückgegangen war, stieg sie im April auf zwei Prozent und erreichte damit den zweithöchsten Wert in den letzten beiden Jahren. Noch im April 2015 lag sie bei minus 0,1 Prozent. Diese Entwicklung legt eine weitere Erholung der Wirtschaft nahe.

Doch ein Blick auf die Kerninflation verrät, dass das Wachstum nicht derart ausschweifend ist. Die Europäische Zentralbank orientiert sich bei ihrer Einschätzung der Wirtschaftslage und ihren Überlegungen zu möglichen Zinsschritten vor allem an der Kerninflation.

Darin werden Kosten für saisonabhängige und schwankungsanfällige Güter und Dienstleistungen aus der Betrachtung ausgeklammert. Dazu zählen Energie- und Lebensmittelkosten. Die Kerninflation wächst in Deutschland: jedoch nicht sprunghaft, sondern recht moderat und kontinuierlich. Aktuell liegt sie bei 1,6 Prozent.

Zwar stieg die Kerninflation der Eurozone im April auch unerwartet stark auf 1,2 Prozent, doch war sie im März sogar gesunken. Ob sich diese straffe Entwicklung fortsetzt, bleibt fraglich.

Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

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Wir haben im letzten Monat Schwankungen im Bereich von 0,1 Prozentpunkten beim Bestzins für zehnjährige Zinsfestschreibungen gesehen. Das ist eine übliche Volatilität. Dennoch würde eine Annäherung der Kerninflation an die Zwei-Prozent-Marke den Markt darauf vorbereiten, dass eine Zinswende bevorsteht.

Michael Neumann ist Vorstand der Dr. Klein & Co. AG.

Foto: Florian Sonntag

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