IW: Wohnungsbau in Großstädten geht am Bedarf vorbei

Ein starker Zuzug und ein Mangel passender Wohnungen verschärfen einer Studie zufolge die Wohnungsnot in Metropolen. Es würde weiter nicht nur zu wenig gebaut, sondern auch am Bedarf vorbei, heißt es in einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Deutsche Invest Immobilien.

wohnungsbau
Laut der Studie geht der Wohnungsbau in Großstädten am Bedarf vorbei.

„Mehr als 88.000 neue Wohnungen jährlich müssten bis 2020 alleine in den sieben Großstädten entstehen“, heißt es in der Analyse. Weitere 85.600 Wohnungen würden bis dahin in begehrten Städten mit über 100.000 Einwohnern gebraucht. Bundesweit müssten jährlich 385.000 Wohnungen bis 2020 errichtet werden.

Doch bisher deckt der Neubau den Angaben zufolge bei weitem nicht die Nachfrage. Zwischen 2011 und 2015 seien nur 32 Prozent der benötigten Wohnungen in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Frankfurt und München gebaut worden. Bundesweit wurden gut die Hälfte der benötigten Einheiten (53 Prozent) gebaut.

Großer Mangel in Berlin und Stuttgart

Ein besonders großer Mangel herrscht demnach in Berlin und Stuttgart, wo in dem Zeitraum nur 25 beziehungsweise 27 Prozent der benötigten Wohnungen errichtet wurden. In Frankfurt wurde der Bedarf zu 45 Prozent gedeckt. Die Engpässe sorgten für stark steigende Immobilienpreise und Mieten.

Grund sei aber nicht nur der starke Zuzug in die Metropolen, der 2015 wegen der Zuwanderung von Flüchtlingen besonders kräftig war. Da es gerade jüngere Menschen in Großstädte ziehe, fehlten besonders Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern, heißt es in der Studie.

Seite zwei: Bedarf an kleineren Wohnungen steigt

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