Anzeige
6. September 2017, 11:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Baukosten sind nur in einem Viertel der Fälle im Plan

Bauherren unterschätzen meist, wie teuer und aufwändig der Bau des eigenen Hauses sein kann. So ist ein Großteil der in den letzten fünf Jahren gebauten Häuser teurer als geplant geworden, oft dauerte es auch länger als vorgesehen. Das sind zwei der Ergebnisse der Bauherren-Studie 2017.

Haus-bau-dach-shutterstock 326838344 in Baukosten sind nur in einem Viertel der Fälle im Plan

Der Bau der eigenen Immobilie wird meistens teurer als geplant und oft auch langwieriger.

Drei Viertel der in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland errichteten Eigenheime sind am Ende spürbar teurer geworden als geplant. Während bei jedem dritten Haus die Baukosten letztendlich bis zu zehn Prozent über Plan lagen, waren es bei jedem fünften Neubau bis zu 20 Prozent und bei gut jedem zehnten Haus sogar bis zu 30 Prozent. Das sind Ergebnisse der “Bauherren-Studie 2017”.

Im Juli 2017 befragte der Bauherren-Berater Almondia 1.046 Bundesbürger. Die Hälfte der Befragten hat innerhalb der vergangenen fünf Jahre ein selbstgenutztes Haus gebaut. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer plant einen Bau für die nächsten zwei Jahre und hat teilweise auch schon ein Baugrundstück. Die Umfrage erfolgte unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Evi Hartmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Verzögerungen können zu Domino-Effekt führen

Neben den höheren Kosten hätte vor allem die verlängerte Bauzeit viele Bauherren belastet. Laut der Studie konnte ein Viertel der Häuser erst mit einer Verzögerung von drei oder mehr Monaten bezogen werden.

“Bauprojekte folgen häufig einem sehr engen Zeitplan. Da die Arbeiten aufeinander aufbauen, können selbst kleine Verzögerungen zu einem Dominoeffekt führen”, sagt Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

“In der Folge verschieben sich die Arbeiten immer weiter nach hinten. Wenn dann noch ein besonders kalter Winter dazukommt, können bestimmte Arbeiten erst gar nicht ausgeführt werden”, so Hartmann weiter. So ließe sich etwa Estrich bei niedrigen Temperaturen nicht fachgerecht gießen. Oder nur zu hohen Mehrkosten, da in diesem Fall eine mobile Heizung eingesetzt werden müsste.

Bauaufwand wird oft überschätzt

“Jede Bauverzögerung kostet zusätzliches Geld. Das ist bei Bauherren ohnehin oft knapp”, sagt Dr. Gordian Rättich, Geschäftsführer von Almondia. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer, die einen Bau planen, hätten erlebt, wie im Familien- und Freundeskreis die Baukosten explodiert sind. Von Finanzierungsproblemen hätten vier von zehn Befragten gehört.

Darüber hinaus sei der Hausbau oft auch emotional belastend. Gut ein Drittel der Bauinteressierten habe beobachtet, dass die Strapazen zu Stress innerhalb der Familie führten. Zwölf Prozent berichten sogar von beruflichen Problemen ihrer Freunde und Familienmitglieder.

“Die meisten Menschen bauen nur einmal im Leben. Da unterschätzt man sehr schnell den finanziellen und zeitlichen Aufwand, den ein solches Vorhaben mit sich bringt”, so Rättich. (kl)

Foto: Shutterstock

 

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...