18. April 2017, 15:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bausparen in China: Schwäbisch Hall will Auslandsgeschäft ausbauen

Deutschlands größte Bausparkasse, Schwäbisch Hall, will ihr Geschäft in China deutlich ausweiten und in mehr Regionen präsent sein. Insgesamt verwaltet das Institut 3,4 Millionen Bausparverträge im Ausland.

Haus-geld-shutt 128058443 in Bausparen in China: Schwäbisch Hall will Auslandsgeschäft ausbauen

Schwäbisch Hall ist seit dem Jahr 2004 in China präsent.

Vermutlich bis 2018 würden in China Bausparverträge in vier statt bisher zwei Regionen angeboten, teilte Vorstandschef Reinhard Klein mit. Dafür seien aber noch Genehmigungen der Behörden nötig.

Der Ausbau des Geschäfts in Fernost ist nach Darstellung von Klein überfällig. “Wir wollen da schon ganz lange in die nächste Region gehen.”

Seit 2004 in China präsent

Schwäbisch Hall ist seit 2004 in China präsent, an dem Gemeinschafsunternehmen Sino-German Bausparkasse Co. Ltd. mit seinen 1.100 Mitarbeitern hält das Institut etwa ein Viertel der Anteile. Der chinesische Partner ist die China Construction Bank.

Bisher ist die chinesisch-deutsche Bausparkasse in Tianjin und in Chongqing tätig, wo zusammen mehr als 43 Millionen Menschen leben. Hinzukommen sollen nun die ostchinesischen Metropolen Dalian und Jinan.

3,4 Millionen Verträge im Ausland

Neben China ist Schwäbisch Hall noch in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien vertreten. In den Auslandsmärkten verwaltet das Institut 3,4 Millionen Bausparverträge, davon die meisten in Tschechien (1,4 Millionen) und nur knapp eine Viertelmillion in China.

Dies sei aber ein wachsender Markt mit viel Potenzial, sagte Vorstandschef Klein. Zum Vergleich: In Deutschland hat Schwäbisch Hall 8,6 Millionen Verträge im Bestand.

Etwa ein Fünftel der Gewinne bezieht Schwäbisch Hall seit Jahren aus seinen Auslandsbeteiligungen. “Es läuft gut, für uns ist das ein stabilisierender Faktor”, sagte Klein. Zum Ergebnis des China-Geschäfts macht Schwäbisch Hall keine Angaben.

Andere Bausparkassen sind kaum oder gar nicht im Ausland präsent – Wettbewerber Wüstenrot etwa hat eine kleine Tochtergesellschaft in Tschechien, bezeichnet diese aber selbst als “Randaktivität”.

Rechtssicherheit als Voraussetzung

Aus Sicht des Wirtschaftsprofessors Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim ist es naheliegend, dass nur sehr große und finanzstarke Bausparkassen ins Ausland gehen. Voraussetzung sei, dass es in dem jeweiligen Staat ein Bauspargesetz gebe, welches Banken einen soliden Rahmen samt Rechtssicherheit gewährleiste.

Nach seiner Einschätzung ist die Erfolgswahrscheinlichkeit im Ausland auch eine Mentalitätsfrage: “Die Menschen in einem Land müssen bereit sein zu warten”, so Burghof. Das sei auch ein Grund, warum Bausparen in den USA einen schweren Stand habe – die Aussicht, sieben bis zehn Jahre Geld zu sparen und erst dann einen Kredit zu bekommen, erscheine manchem Amerikaner geradezu absurd.

Die rasant wachsende Nachfrage nach Wohnungen und steigende Immobilienpreise vielerorts in China sind nach Einschätzung von Burghof aber eher ein Bremsklotz für den Verkauf von Bausparverträgen. Es gebe dort viel unseriöse Konkurrenz, die Kredite anbiete, selbst wenn kaum Eigenkapital vorliege. “Das Geld ist zu leicht verfügbar, das erschwert das Geschäft mit Bausparen in China”, so Burghof. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...