BFW-Neubauradar: Verschlechterte Bedingungen für Neubau

Der  BFW-Neubauradar prognostiziert, dass verschlechterte Bedingungen den längerfristigen Anstieg beim Neubau in Berlin verhindern. Wenn sich die Vorgaben weiter verschärfen, werden die Neubauzahlen laut BFW noch weiter sinken.

Frank Vierkoetter Vorstandsvorsitzender Interhomes, Vizepräsident BFW Foto: Interhomes
BFW Vizepräsident Frank Vierkötter: „Im Energieeinsparrecht sind die Unternehmen ohne Förderung am Ende ihrer Möglichkeiten.“

„Trotz der derzeit guten Geschäftslage blickt die mittelständische Immobilienbranche skeptisch in die Zukunft“, sagte BFW Vizepräsident Frank Vierkötter bei der Vorstellung des BFW-Neubauradars am 3. Mai in Berlin.

Und ergänzt: „Fast 60 Prozent unserer befragten Mitgliedsunternehmen geben in der BFW-Konjunkturumfrage an, dass sich die Rahmenbedingungen für Neubau-Investitionen im vergangenen Jahr weiter verschlechtert haben. Gründe dafür sind der Baulandmangel sowie die fehlende Aussicht auf bessere administrative Rahmenbedingungen und weniger Hindernisse im überregulierten Wohnungsbau.“

„Wenn die Politik hier keine Gegenimpulse setzt, gehen wir deshalb davon aus, dass die Baufertigstellungszahlen nach einem kurzen Anstieg langfristig auf 250.000 Wohneinheiten oder noch darunter zurückgehen“, sagt Vierkötter.

Stimmungsbarometer für die Immobilienbranche

Die BFW-Konjunkturumfrage habe sich in den vergangenen Jahren zu einem Stimmungsbarometer für die Immobilienbranche entwickelt, da die mittelständischen BFW-Mitgliedsunternehmen für rund 50 Prozent des Wohnungs- und 30 Prozent des Gewerbeneubaus verantwortlich seien.

Die größte Hürde für Investitionen in den notwendigen Neubau bildet das Bauland. 98 Prozent der befragten Unternehmen geben laut BFW an, dass der Zugang zum Bauland erschwert ist. Auch die administrativen Hürden seien im vergangenen Jahr gewachsen: 60 Prozent sehen die Kommunen dabei als größte Bremse im geschäftlichen Umfeld, gefolgt von Bund und Ländern. Als größten Kostentreiber nenne jeder zweite die Kommunikation mit den Behörden in Verbindung mit sehr langfristigen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Größter bauordnungsrechtlicher Kostentreiber seien für 47 Prozent die energetischen Vorgaben. Rund ein Drittel der Unternehmen erstelle Gebäude bereits im KFW 55-Standard. Ebenso viele Unternehmen würden Fördermittel in Anspruch nehmen.

Unternehmen profitieren von Niedrigzinsumfeld

Der derzeitige Standard sei gerade noch wirtschaftlich und dürfe nicht weiter verschärft werden: „Im Energieeinsparrecht sind die Unternehmen ohne Förderung am Ende ihrer Möglichkeiten“, sagt Vierkötter.

„Hier kommen Unternehmen die derzeitig niedrigen Zinsen zugute. Auf der Basis der Umfrageergebnisse schätzen wir, dass die Baufertigstellungszahlen kurzfristig auf rund 300.000 Wohnungseinheiten ansteigen werden. Durch die ausgewiesene Verschlechterung von zentralen Rahmenbedingungen für Investitionen wird sich dieser Anstieg jedoch nicht verstetigen können“, so Vierkötter abschließend. (kl)

Foto: Interhomes

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