2. März 2017, 14:14
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Die Folgen der Nullzinspolitik für Wohnungseigentümer

Welche Folgen hat die Niedrigzinsphase für Wohnungseigentümer und solche, die erst noch eigene vier Wände erwerben wollen?  Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen (LBS), untersucht, auf welche Strategien sie setzen sollten.

Axel-guthmann-lbs in Die Folgen der Nullzinspolitik für Wohnungseigentümer

Axel Guthmann, LBS: “Künftigen Wohnungseigentümern legt die EZB-Politik mit ihrer Geldpolitik die größte Bürde auf.”

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Zins durch ihre umstrittenen geldpolitischen Maßnahmen soweit nach unten gedrückt, dass Geld de facto nichts mehr kostet. Profiteur dieser Entwicklung ist der deutsche Staat, der quasi „umsonst“ Schulden aufnehmen und ohne größere Kraftanstrengung ausgeglichene Haushalte präsentieren kann.

Und wie sieht die Rechnung für den Bürger aus? Für Mieter, die gerne Eigentum erwerben wollen, oder für Haushalte, die bereits Eigentümer sind, aber noch Schulden abzutragen haben, oder für bereits entschuldete Eigentümer?

Gruppe 1: Der entschuldete Wohneigentümer

Fangen wir mit der letzten Gruppe an, den entschuldeten Wohneigentümern: Wer eine Immobilie sein eigen nennen kann, ist derzeit fein raus. Nicht nur, dass er weder Miete zu zahlen noch Zins und Tilgung zu bedienen hat, er erlebt derzeit, dass man auch durch Nichtstun reicher werden oder besser gesagt, sich reicher fühlen kann. Denn die Nullzinspolitik der EZB hat dazu geführt, dass die Immobilienpreise kräftig gestiegen sind – vor allem in wirtschaftsstarken Regionen.

Mit seinem „Reichtum“ kann er allerdings nicht viel anfangen. Ihn zu Geld machen, ist selten sinnvoll, weil es an Anlagealternativen fehlt. In ein anderes, vielleicht besseres Objekt umziehen, ist zwar möglich, aber auch kein „Deal“. Denn die Häuser und Wohnungen um ihn herum sind ja ebenfalls teurer geworden; hinzu kämen Transaktionskosten.

Wer in weniger attraktiven Lagen eine eigengenutzte Immobilie bewohnt und weniger (oder gar nicht) von steigenden Preisen profitiert, braucht sich also nicht zu grämen. Solange er nicht umziehen muss, lebt er genauso gut in seinen eigenen vier Wänden wie der scheinbar reichere Selbstnutzer in 1a-Lage.

Was alle entschuldeten Wohneigentümer eint: Solange sie ihre Immobilie selbst bewohnen, kann es ihnen egal sein, ob die Immobilienpreise mal hoch oder (was ja auch passieren kann) mal wieder runter gehen.

Gruppe 2: Der Wohneigentümer mit Restschulden

Kommen wir zur zweiten Gruppe, den Haushalten, die zwar schon im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung leben, aber noch Schulden bedienen müssen.

Seite 2: Niedriges Zinsniveau möglichst lange sichern

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Wenn die Gruppe 2 nicht verstärkt tilgt, verschiebt sich wegen der Niedrigzinsen der Tag, an dem sie entschuldet ist, auf 70 Jahre und mehr. Die Annuität sollte daher bei einer Refinanzierung zumindest konstant gehalten werden, und bei der Tilgung der Turbo eingeschaltet werden!

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 13. März 2017 @ 14:27

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