Die Folgen der Nullzinspolitik für Wohnungseigentümer

Auch sie befinden sich in der Regel in einer recht komfortablen Situation: Ihr Objekt ist durch die Niedrigzinsen im Wert gestiegen (je besser die Lage, desto mehr) und ihre Schulden (die im Verhältnis zum Objektwert ohnehin an Gewicht verlieren) sinken mit jeder Tilgungsrate weiter. Wer genügend finanziellen Spielraum hat, leistet sich Sondertilgungen, was bei Standardkrediten in der Regel einmal jährlich in gewissem Umfang, bei Bauspardarlehen jederzeit und unbegrenzt möglich ist.

Auch wenn eine Anschlussfinanzierung ansteht, sieht die Welt derzeit ausgesprochen rosig aus: Zwar sind die Hypothekenzinsen zuletzt etwas gestiegen, doch dürfte die Gesamtbelastung aus Zins und Tilgung deutlich unter der vorangegangenen Finanzierung liegen.

Und wer sich das heutige, extrem niedrige Zinsniveau sichern will (zum Beispiel, weil er – wie ich – nicht daran glaubt, dass die Zinsen auf Dauer so niedrig bleiben können), hat dazu auch alle Möglichkeiten. Wird ein Bausparvertrag in die Finanzierung eingebunden, kann er sogar Zinssicherheit für 20 Jahre und darüber hinaus einkaufen. Was will man mehr.

Die EZB hat also sogar ein bisschen Recht, wenn sie zur Verteidigung ihrer Geldpolitik erklärt, dass auch viele Deutsche vom Kurs der Zentralbank profitieren, und insbesondere auf die günstigen Kreditkonditionen verweist.

Was sie allerdings weniger betont, und das ist gerade für die Bundesrepublik problematisch, ist, dass hierzulande mit 55 Prozent die Mehrheit der Haushalte zur Miete wohnt.

Gruppe 3: Der potenzielle Wohneigentümer

Damit sind wir bei der dritten Gruppe, den potenziellen Wohneigentümern. Wer keine Immobilie besitzt, kann auch nicht von Wertsteigerungen (und seien sie auch nur vorübergehend) profitieren. Wer erkannt hat, dass es vernünftig ist, Wohneigentum zu bilden (die allermeisten Mieter wollen Wohneigentum), stellt schnell fest, dass die Rahmenbedingungen für den Bau oder Kauf unter dem Strich keineswegs günstiger geworden sind.

Seite 3: Situation für künftige Wohnungseigentümer am schwierigsten

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