14. März 2017, 09:56
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Finanzieren über die Crowd: So unterscheiden sich Funding, Investing und Lending

Nur wenige Anleger scheinen den genauen Unterschied zwischen Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending zu kennen. Exporo, die Crowdinvesting Plattform für Immobilien, hat eine Übersicht erstellt.

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Crowdinvestment, -funding oder -lending: Geld sammeln über “die Crowd” ist die moderne Form des gemeinsamen Sparens.

Immer mehr Projekte werden über Crowdinvesting oder Crowdfunding finanziert, die moderne Art, Geld zu sammeln. Doch wenigen Geldgebern ist bewusst, worauf sie bei den verschiedenen Arten der Finanzierung achten sollten und wo sie am besten profitieren können. Exporo hat die Unterschiede zusammengefasst.

Das Crowdfunding: Vorbild Freiheitsstatue

Beim Crowdfunding will laut Exporo eine Vielzahl von Menschen etwas finanzieren, ohne unbedingt selber etwas daran zu verdienen. Das erste große und erfolgreiche Crowdfunding-Projekt sei die Freiheitsstatue in New York gewesen. ​

Damals hätten 100.000 US-Dollar für den Sockel gefehlt, die 1885 dank Joseph Pulitzer​​, Herausgeber der Zeitung New York World, zusammengekommen seien. Er habe versprochen, den Namen jedes Spenders zu veröffentlichen, auch bei kleinen Beträgen. Das werde auch Spenden-Crowdfunding genannt, und werde inzwischen günstig übers Internet organisiert.

Crowdinvesting: Beteiligung über die Crowd

Das berühmteste Beispiel für Crowdinvesting ist wohl die TV-Sendung “Höhle der Löwen” wo Unternehmer ihre Geschäftsidee vorstellen und versuchen, Jury-Mitglieder als Geldgeber zu gewinnen. Sie versprechen dafür einen Anteil an der Firma oder am Gewinn. In der Regel würden die Beteiligungen über Internet-Plattformen angeboten, wo jeder Geldgeber werden könne.

Populär sei in Deutschland bislang nur das Immobilien-Crowdinvesting geworden, die Beteiligung an Bauvorhaben. Ab 500 Euro kann man laut Exporo dabei sein, bei Renditen zwischen fünf bis sechs Prozent und Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten.

Beim in Deutschland üblichen Immobilien-Crowdinvesting handele es sich allerdings nicht um echte Unternehmensbeteiligungen, bei denen man am Gewinn beteiligt ist. Vielmehr gebe der Geldanleger dem Bauträger ein so genanntes Nachrang-Darlehen und bekomme einen festen Zins zugesagt.

Nachrang-Darlehen werden laut Exporo wie Eigenkapital eingestuft und sind daher riskant, denn bei einer Insolvenz würde der Crowd-Investor nachrangig ausbezahlt. Zwar noch vor den Gesellschaftern, aber nachrangig etwa zu Banken. Crowdinvesting werde deswegen über das Kleinanlegerschutzgesetz reguliert. Privatanleger dürften maximal 10.000 Euro investieren.

Crowd-Lending: Weniger Risiko

Lending kommt vom englischen Verb “to lend”, was leihen bedeutet. Crowdlending sei in der Regel allerdings keine Leihe, sondern ebenfalls ein Kredit für ein Projekt. Der Geldgeber erhalte die Zusage, dass er sein Geld zurückbekomme – je nach Vereinbarung mit oder ohne Zinsen. Das entspreche dem Crowdinvesting mit Nachrang-Darlehen.

Ein wesentlicher Unterschied ist laut Exporo, dass Crowdlending bislang überwiegend von Privatpersonen nachgefragt wird, etwa wenn jemand einen Kredit für den Urlaub oder ein neues Auto braucht. Crowdlending mit Unternehmen als Kreditnehmer gebe es ebenfalls, werde aber anders als Crowdinvesting meist indirekt abgewickelt.

Zwischen Geldgeber-Gruppe (Crowd) und Kreditnehmer stehe eine Gesellschaft, die nur für diesen Zweck gegründet werde. Dadurch könnten einerseits höhere Beträge finanziert werden, andererseits gelte ein Crowdlending-Darlehen als Fremdkapital und sei daher erstrangig besichert, also weniger riskant. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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