Anzeige
16. Februar 2017, 07:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gebäudeenergiegesetz passt nicht für private Zwecke

Um die Vielfalt der Energiegesetze einzudämmen will die Politik mit dem Gebäudeenergiegesetz die drei unabhängig voneinander beschlossenen Gesetze EnEG, EnEV und EEWärmeG vereinfachen. Doch die Standards passen laut Experten nicht für den privaten Wohnungsbau.

Gebäudeenergiegesetz

Thermografieaufnahme: Bundesregierung will einheitliche Energiestandards im privaten Wohnungsbau.

Der Referentenentwurf der Regierung legt zentrale Referenzstandards für den öffentlichen Gebäudebau fest. Laut Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) sind die Standards aber nicht auf den privaten Wohnungsbau übertragbar.

Anpassungen nötig

Damit Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit auch beim Eigenheimbau gesichert bleiben, sind bis zur Anwendung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Wohnungsbau nach Meinung des BSB zentrale Anpassungen nötig.

Das GEG definiert für öffentliche Nichtwohngebäude einen Energiestandard auf dem Niveau eines Effizienzhauses 55. Der Referenzstandard für Wohngebäude soll bis 2021 geregelt werden. Verbrauchschutzorganisationen warnen bereits jetzt vor steigenden Baukosten beim Eigenheimbau.

“Der KfW 55 ist als genereller Standard für viele private Bauherren wirtschaftlich nicht realisierbar und läuft den wohnungspolitischen Zielen der Bundesregierung entgegen.”, moniert Andreas May, zweiter Vorsitzender des BSB. Diese sehen vor, dass ein Drittel der jährlich angestrebten 300.000 neuen Wohnungen durch Investitionen privater Bauherren in Eigenheime und Eigentumswohnungen umgesetzt werden sollen. Der festzulegende Standard dürfe deshalb nicht zu übermäßigen Bau- und Sanierungsauflagen und letztendlich zu erheblich steigenden Baukosten führen. Ziel muss es sein, sowohl die Energieeffizienz als auch die Finanzierbarkeit im Blick zu behalten.

Langfriste Planung muss gesichert sein

Ein weiterer zentraler Punkt im GEG ist die Festlegung von Primärenergiefaktoren. Sie dienen der Berechnung der Energieeffizienz eines Gebäudes und machen es möglich zu kontrollieren, ob die gesetzlichen Effizienzvorgaben eingehalten werden. Fortwährende Veränderungen der Faktoren führen jedoch zu Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen von Verbrauchern, beispielsweise bei der Wahl einer geeigneten Heizungsanlage.

“Private Bauherren und Modernisierer brauchen langfristige Planungssicherheit. Die jetzige Reglung im GEG zum Primärenergiefaktor ist deshalb nicht auf private Bauvorhaben übertragbar”, erläutert May. Damit die Technologieoffenheit für Bauherren und Modernisierer auf Dauer erhalten bleibe, sollten Justierungen nur in langfristigen Abständen erfolgen.

Auch die finanzielle Förderung der Gebäudemodernisierung sei bei zukünftigen Regelungen im GEG stärker zu berücksichtigen, sodass Wohneigentümer einen größeren Handlungsspielraum bei der Planung und Umsetzung ihres Projekts haben. Nur so könnten die Ziele Klimaschutz, bezahlbarer Wohnungsbau und Investitionsbereitschaft privater Bauherren und Eigentümer sinnvoll zusammengebracht werden. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

R+V wird Hauptsponsor des FC Schalke 04 Esports

Die R+V Versicherung und der FC Schalke 04 setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft im elektronischen Sport fort: Der genossenschaftliche Versicherer wird Hauptsponsor und Trikotpartner der “Knappen” im Esport.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Welche Altersgruppe kauft am meisten?

Immobilienkäufer sind heutzutage deutlich jünger als noch vor zehn Jahren, wie eine aktuelle Online-Umfrage des Immobiliendienstleisters McMakler zeigt. Dabei dominiert derzeit besonders eine Altersgruppe den Immobilienmarkt.

mehr ...

Investmentfonds

Japan: Wachstum löst Deflation ab

Seit Jahrzehnten ist Japan “der schwache Mann Asiens”. Während das Bruttoinlandsprodukt in China, Indien und Vietnam jährlich um  über sechs oder sieben wächst, sind es in Japan weniger als zwei Prozent. Warum sich das jetzt ändern könnte:

mehr ...

Berater

Geldvermögen: Deutschland erreicht neuen Meilenstein

Die Bundesbürger sind trotz der Zinsflaute in der Summe so vermögend wie nie zuvor. Das Geldvermögen der Privathaushalte stieg im dritten Quartal 2018 erstmals über die Marke von sechs Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia Grundinvest will Publikumsgeschäft weiter ausbauen

Der Asset Manager Patrizia Grundinvest, Tochtergesellschaft der Patrizia Immobilien AG, hat 2018 rund 110 Millionen Euro Eigenkapital bei Privatanlegern platziert und will weiter wachsen. Dafür ist 2019 unter anderem eine neue Produktkategorie geplant.

mehr ...

Recht

Rentner erhalten Finanzhilfe für Krankenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung beteiligt sich ab dem 1. Januar 2019 an den Zusatzbeiträgen zur Krankenversicherung bei der Rente.

mehr ...