16. August 2017, 14:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grunderwerbsteuer-Rallye: ZIA fordert nächste Regierung zur Lösung auf

Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss fordert die nächste Bundesregierung zu einer Lösung der Grunderwerbsteuer-Problematik auf. Die Bundesländer seien aktuell regelrecht gezwungen, die Steuersätze fortwährend zu erhöhen.

Haus-geld-berg-anstieg-preise-shutterstock 572835850 in Grunderwerbsteuer-Rallye: ZIA fordert nächste Regierung zur Lösung auf

In den vergangenen Jahren haben 14 von 16 Bundesländern die Grunderwerbsteuer angehoben.

„Durch die aktuelle Struktur des Länderfinanzausgleichs sind die Länder dazu angehalten, die Steuersätze konstant zu erhöhen. Diese Motivation muss gestoppt werden, um die Erwerbsnebenkosten für private und professionelle Investoren nicht noch weiter in die Höhe zu treiben“, erklärt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

In den letzten zehn Jahren haben 14 von 16 Bundesländern den Satz der Grunderwerbsteuer von ursprünglich 3,5 auf bis zu 6,5 Prozent angehoben. „Diese Rallye muss stoppen. Schon heute ist die Grunderwerbsteuer eine enorme Belastung für Immobilieninvestitionen.“

Konsolidierungserfordernis der Länder treibt Grunderwerbsteuersätze

Der Immobilienweise Professor Dr. Lars Feld hatte im aktuellen Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft folgende Feststellung getroffen: „Die Finanzen der Länder und Gemeinden Deutschlands unterliegen seit der Einführung der Schuldenbremse einem strengen Konsolidierungserfordernis, das viele öffentliche Haushalte durch eine Erhöhung der Einnahmen aufzulösen trachten. Allerdings ist der Gestaltungsspielraum von Ländern und Gemeinden hauptsächlich auf Einnahmen aus Besteuerung von Grundvermögen begrenzt, da die Gesetzgebungskompetenz der meisten Steuereinnahmen beim Bund liegt. Dementsprechend ist der Steuersatz der Grunderwerbsteuer, die seit dem Jahr 2006 der Gesetzgebungskompetenz der Länder unterliegt, stetig angehoben worden.“

Der Trend zur Anhebung des Steuersatzes sei dabei unter anderem auf die Ausgestaltung des Länderfinanzausgleichs zurückzuführen. Im Rahmen des Länderfinanzausgleichs werden gemäß des Finanzausgleichsgesetzes nicht die tatsächlichen, sondern fiktive Grunderwerbsteuereinnahmen zu Grunde gelegt.

Die ursprünglich dahinterstehende Befürchtung des Gesetzgebers war, dass die Länder sonst zum Herabsetzen des Steuersatzes animiert würden, weil die finanziellen Folgen über das bundesstaatliche Finanzausgleichssystem auf andere Länder abgewälzt werden könnten.

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Länder ihre Haushalte bis zum Jahr 2020 konsolidieren müssen, seien die Länder allerdings genau zum gegenteiligen Verhalten angehalten.

Aktuelle Regierung hat Lösung des Problems versäumt

In der aktuellen Legislaturperiode wurde der Länderfinanzausgleich neu geordnet, die Lösung der Grunderwerbsteuer-Problematik sei jedoch versäumt worden.

„Bundesländer, die einen geringeren Steuersatz als der Durchschnitt haben, sind durch das aktuelle System des Länderfinanzausgleichs nach wie vor gezwungen, sich am Wettlauf zu beteiligen. Die neu zu wählende Regierung muss dieses Problem dringend angehen“, erklärt Dr. Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Steuern. Sonst würden bestehende Ideen zur Förderung von Wohneigentum und weiteren Immobilieninvestitionen insbesondere in den Neubau ins Leere laufen.

„Die Senkung der Grunderwerbsteuer ist bereits die beste Eigenheimförderung. Schließlich stellen die Kaufnebenkosten eine enorme Hürde für Eigennutzer und Kapitalanleger dar“, betont Volckens. Zudem führe eine hohe Grunderwerbsteuer stets auch zu einer Verteuerung von Neubauimmobilien. Leidtragende seien dann letztlich die Mieter und Nutzer der neuen Flächen. (bk)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. … und Vater Staat ist weiterhin der größte Preistreiber im Immobilienmarkt !!

    Kommentar von TG — 17. August 2017 @ 08:47

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Riester-Rente reloaded

Die Riester-Rente feiert ihren 18-ten Geburtstag, aber viel Freude kommt nicht auf: Das Produkt leidet aufgrund der komplexen Förderbedingungen an erheblichen Geburtsfehlern. Sehr ärgerlich für alle Beteiligten sind etwa die häufigen und oft auf Unverständnis stoßenden Teilrückforderungen bereits ausbezahlter Zulagen.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine Option

Die gesetzliche Krankenversicherung kann sich freuen: Erneut wechseln wieder mehr Selbstständige in die freiwillige Krankenversicherung und entscheiden sich damit gegen die Option der privaten Krankenversicherung. Was es mit dem  Acht-Jahres-Hoch auf sich hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...