13. Juli 2017, 14:38
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Wohnungsbau: So viele Wohnungen werden bis zum Jahr 2035 benötigt

In den Metropolen und Großstädten hinkt das Angebot an Wohnungen der Nachfrage deutlich hinterher. Das IW Köln hat ausgerechnet, wie viele neue Wohnungen bis 2035 in Deutschland gebaut werden müssen.

Wohnungsbau in Wohnungsbau: So viele Wohnungen werden bis zum Jahr 2035 benötigt

In den vergangenen sechs Jahren wurden im Schnitt nur 228.000 Wohnungen pro Jahr gebaut.

Insgesamt müssten die Neubauzahlen für die Jahre 2015 bis 2020 einen Durchschnitt von 385.000 neuen Wohnungen pro Jahr erreichen, um den großen Bedarf zu decken, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Ein Teil davon entfalle auf den Nachholbedarf aus den vergangenen Jahren sowie auf Ersatz von mittlerweile abgerissenem, zusammengelegtem oder anderweitig genutztem Wohnraum.

Zuwanderung erhöht den Bedarf

Der rein demografiebedingte Baubedarf bis 2020 liege bundesweit bei jährlich knapp 160.000 Wohnungen und Häusern. Ermittelt wird er aus der vorausberechneten Entwicklung der Bevölkerung in den einzelnen Landkreisen, korrigiert um den zu erwartenden Leerstand.

Gut ein Drittel des Baubedarfs entstehe durch die außerordentlich hohe Zuwanderung in den vergangenen und voraussichtlich auch in den kommenden Jahren: Allein 86.100 Wohneinheiten müssten bis 2020 pro Jahr gebaut werden, um die zusätzliche Nachfrage durch die Flüchtlinge decken zu können.

Der Baubedarf verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig über die Republik: Während Groß- und Universitätsstädte wachsen, verlieren ländliche Regionen Einwohner.

Großstädte liegen weit unter ihrem Bau-Soll

Vor allem in den Metropolen herrscht derzeit ein gravierender Wohnungsmangel. In Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart müssten pro Jahr insgesamt 88.000 neue Wohnungen entstehen, so das IW Köln.

Tatsächlich werde nicht einmal die Hälfte fertig. Berlin lag im Jahr 2015 mit 10.700 neuen Wohnungen besonders weit unter seinem Soll – dort müssten bis 2020 jahresdurchschnittlich 31.200 Einheiten aus dem Boden gestampft werden. München stand mit 6.600 neuen Wohnungen bei einem Jahres-Soll von 17.200 kaum besser da.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

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Keine Entspannung in Sicht

Auch auf lange Sicht ist wenig Entspannung angesagt. Der Baubedarf gehe zwar bis auf 253.000 Wohnungen im Durchschnitt der Jahre 2030 bis 2035 zurück – das sei im historischen Vergleich aber immer noch recht viel. So wurden in den 2000er Jahren im Schnitt nur 236.000 Wohnungen pro Jahr gebaut, in den vergangenen sechs Jahren waren es gerade einmal 228.000.

Um die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten zu bedienen, seien Politik und Immobilienwirtschaft gefragt. Mehr Bauland auszuweisen sei die Grundvoraussetzung, auf die Agenda gehörten aber auch die Nachverdichtung sowie der Ausbau und Umbau von Gebäuden. (bk)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Und Vater Staat ist weiterhin der größte Preistreiber und Verhinderer !!

    Kommentar von TG — 14. Juli 2017 @ 09:53

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