14. Dezember 2017, 08:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienanlage: “Private Eigentümer sollten verkaufen”

Wohnimmobilien haben in den vergangenen Jahren eine immense Wertsteigerung erfahren. Für private Immobilienbesitzer ist ein passender Zeitpunkt gekommen, die guten Konditionen für einen Verkauf zu nutzen. Für professionelle Entwickler bieten sich Chancen. Gastbeitrag von Einar Skjerven, Skjerven Group

Einar-Skjerven-750 500 in Immobilienanlage: Private Eigentümer sollten verkaufen

Einar Skjerven, Skjerven Group: “Die Preisentwicklung stößt an ihre natürlichen Grenzen.”

 

Wer vor zehn Jahren eine Eigentumswohnung in Berlin, München oder Frankfurt am Main gekauft hat, kann sich glücklich schätzen: Diese auf den ersten Blick so konservativen Investments haben inzwischen eine Wertsteigerung erreicht, von der mancher Aktienbesitzer nur träumen kann.

Niedrigzins und Nachfrageüberhang waren die Treiber, aber inzwischen sind die Ankaufsfaktoren derart hoch und die Renditen so niedrig, dass die Preisentwicklung an ihre natürlichen Grenzen stößt.

Für private Immobilienbesitzer ist also ein passender Zeitpunkt gekommen, die guten Konditionen für einen Verkauf zu nutzen.

Private Eigentümer können gute Preise erzielen

An dieser Stelle kommen professionelle Entwickler ins Spiel. Sie sind in der aktuellen Marktlage die idealen Käufer und können in der Regel attraktive Preise zahlen. Schließlich sorgt ihre Value-Add-Strategie dafür, dass für sie die Anfangsrendite nicht unbedingt das wichtigste Kriterium ist.

Sei es durch die Aufstockung eines Penthouses oder durch die Neupositionierung der Immobilie – mit den richtigen Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung können sie Renditen erwirtschaften, die ein privater oder semiprofessioneller Investor derzeit nicht erreichen kann.

Hinzu kommt, dass nicht nur die Situation auf den Märkten angespannt ist, sondern sich auch die Lebenswirklichkeit der Mieter und Selbstnutzer schneller wandelt als je zuvor.

Megatrends prägen Wohnungsnachfrage

Zahlreiche Megatrends wie die Urbanisierung, die Digitalisierung der Arbeitswelt und die rasante Entwicklung der privaten Mobilität beeinflussen unseren Alltag und zudem ganz entschieden unsere Wohnsituation.

Ein Beispiel: Die Zahl der Single- und Zweipersonenhaushalte steigt stetig, weshalb der Trend zu deutlich kleineren Grundrissen mit einem oder zwei Zimmern weist. Das gilt allerdings nur für bestimmte Städte und dort nur in bestimmten Lagen.

Gleichzeitig wachsen die Ansprüche der Mieter und Käufer immer weiter und zusätzliche Dienstleistungen wie Reinigungsservice oder Concierge sowie eine Kompatibilität mit Smart-Home-Lösungen werden wichtiger.

Zeit für Profis

Wer diese Entwicklungen bei der Planung nicht beachtet oder wem die Vor-Ort-Erfahrung fehlt, erleidet mit einem falschen Konzept womöglich Schiffbruch. Auch deshalb behaupte ich: Auf den Immobilienmärkten ist die Zeit für die Profis angebrochen.

Diese wiederum sind mehr denn je auf Zukäufe angewiesen, wenn sie nicht auf der grünen Wiese – und mit höherem Risiko – entwickeln wollen.

Für die Entwickler gilt es also, ihre Netzwerke im Bereich Privatverkäufer weiter auszubauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es in der aktuellen Marktphase nur Gewinner geben kann, wenn ein privater Eigentümer an einen Immobilienentwickler verkauft.

Einar Skjerven ist geschäftsführender Gesellschafter der Skjerven Group GmbH.

1 Kommentar

  1. die Verlierer sind die Mieter, my friend.

    Kommentar von ryymar — 15. Dezember 2017 @ 09:30

Ihre Meinung



 

Versicherungen

AfW kritisiert Ergebnis der Präsidiumswahl des GDV

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung bemängelt, dass wie schon in den Vorjahren kein Vertreter der Maklerversicherer in das Präsidium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gewählt wurde. Beim GDV reagiert man schmallippig auf die Kritik.

mehr ...

Immobilien

Akutes Risiko für Immobilienblase in München und Frankfurt

München und Frankfurt liegen beim Risiko einer Immobilienblase nach Einschätzung der Großbank UBS weltweit vorne. Die Städte zeigten unter 25 betrachteten Metropolen die deutlichsten Zeichen einer Überhitzung, teilte das Schweizer Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mit.

mehr ...

Investmentfonds

Trump vs. Biden – das Ergebnis des ersten TV-Duells

Sie brüllten, sie beleidigten sich, sie fielen sich gegenseitig ins Wort: Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hat wohl die Erwartungen vieler US-Amerikaner noch untertroffen. Eine Blitzumfrage von CBS News gemeinsam mit YouGov unter US-Amerikanern, die das TV-Duell verfolgt haben, zeigt nun, dass die Debatte beiden Kandidaten eher geschadet als genützt hat.

mehr ...

Berater

Corona-Effekt: BVR rechnet 2020 und 2021 mit hoher Sparquote

In der Coronakrise werden die Deutschen ihrem Ruf als Nation von Sparern gerecht. Sowohl 2020 als auch 2021 dürfte die Sparquote deutlich steigen, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Mittwoch prognostizierte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Rente im Ausland: Das müssen sie beachten

Der 1. Oktober ist Tag der Senioren oder einfach Weltseniorentag. Er wurde 1990 durch die UNO initiiert, um die Leistungen der Älteren zu würdigen. Immer mehr deutsche Rentner zieht es zur Rückschau auf die Lebensleistung dauerhaft in andere Länder. Sich zur Ruhe setzen, wo andere Urlaub machen? Was dabei zu beachten ist.

mehr ...