7. April 2017, 08:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienanzeigen müssen Energiedaten enthalten

Makler sind verpflichtet, in Immobilienanzeigen Angaben zur energetischen Qualität zu machen. Die Deutsche Umwelthilfe hat sich im Verfahren gegen einen Makler vor dem Oberlandesgericht Bamberg durchgesetzt.

Energieausweis Shutterstock Gro 84126280-Kopie in Immobilienanzeigen müssen Energiedaten enthalten

Der Energieverbrauch ist laut dem OLG Bamberg ein wesentliches Kriterium bei der Wahl einer Immobilie.

Immobilienmakler müssen in Immobilienanzeigen über den energetischen Zustand einer Immobilie informieren. Dazu gehören Angaben zum Baujahr, zur Art des Energieausweises, zum Energieverbrauch sowie zur Heizungsart. Zu diesem Ergebnis kam in der gestrigen mündlichen Verhandlung das Oberlandesgericht (OLG) Bamberg (Az. 3 U 102/16).

Vorausgegangen war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hatte nach eigenen Angaben 2015 juristische Schritte gegen einen Immobilienmakler eingeleitet, weil dieser in Werbeanzeigen keine vollständigen Auskünfte zu den Energiedaten der angebotenen Immobilien erteilt hatte.

Das OLG Bamberg bestätigte das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts (LG) Bayreuth (Az. 13 HK O 57/15), gegen das der Makler Berufung eingelegt hatte. Auch das OLG Köln sieht nach einem Beschluss vom 9. März 2017 Immobilienmakler in der Pflicht (Az. 6 U 202/16).

Energiebedarf beeinflusst Kaufpreis

Seit Mai 2014 müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) in Immobilienanzeigen der Wert des Energiebedarfs oder des Energieverbrauchs, der wesentliche Energieträger für die Heizung des Gebäudes, das Baujahr sowie die Art des Energieausweises und bei neueren Ausweisen auch die Gebäudeeffizienzklasse angegeben werden. Die DUH überwache seitdem, ob diese Vorschrift auf dem Immobilienmarkt eingehalten wird.

Die EnEV trage dem Informationsbedürfnis von Miet- und Kaufinteressenten Rechnung, die Energiekosten vor Vertragsschluss abzuschätzen. Der Energiebedarf und -verbrauch spiele auch bei Kaufpreisverhandlungen oder bei der Frage möglichst niedriger Mietnebenkosten eine Rolle. Das OLG Köln schließe sich damit den bereits vorliegenden Urteilen der Oberlandesgerichte Hamm und München an.

“Verbraucher treffen bei der Durchsicht von Immobilienangeboten in Zeitungen oder Immo-Portalen erste Vorentscheidungen und nehmen mit dem Anbieter Kontakt auf. Die mit einer solchen Kontaktaufnahme verbundene Vorentscheidung hätte der Verbraucher möglicherweise nicht getroffen, wenn er sich bereits aufgrund der Immobilienanzeige näher über die energetische Qualität der Immobilie hätte informieren können”, sagt Agnes Sauter, Leiterin des DUH Verbraucherschutzes.

Hintergrund

Am 4. und 30. August 2016 hatte das OLG Hamm in zwei Verfahren (Az. I-4 U 8/16 und I-4 U 137/15) klargestellt, dass die Verpflichtung zur Kennzeichnung der energetischen Qualität nicht nur für Verkäufer und Vermieter, sondern auch für Makler gelte, da es sich um “wesentliche Informationen” handele.

Es sei für den Interessenten von besonderer Bedeutung, möglichst frühzeitig einen Eindruck von der energetischen Qualität des Gebäudes und damit zugleich die Möglichkeit zu einem überschlägigen Vergleich der Kosten für Heizwärme mit anderen Immobilienangeboten zu erhalten. Mit Urteil vom 8. Dezember 2016 schloss sich das OLG München dieser Rechtsauffassung an (Az. 6 U 4725/15). (kl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DKM 2019 – die Kick-off Bilder

Die DKM 2019 ist gestartet. 358 Assteller, 17 Kongressen, 56 Workshops und zahlreiche Vorträge in der Speaker’s Corner erwarten die Fachbesucher, die im diesem Jahr die 17.000er-Marke erreichen sollen. Cash. ist als Medienpartner mit einem Stand und eigenem Programm in Halle 3-D01 vertreten. Die ersten Bilder der Veranstaltung.

mehr ...

Immobilien

Unsichtbaren Wohnraum nutzen

In deutschen Metropolen sind viele ältere Bestandswohnungen zu groß, denn die Bevölkerung wird vor allem in Großstädten immer mehr zur Single-Gesellschaft. Es werden daher mehr kleinere Apartments statt großzügig geschnittener Wohnungen benötigt. Doch anstatt die Flächeneffizienz im Bestand zu verbessern, wird sie aktiv verhindert. Schuld daran ist unter anderem die verstärkte Ausweisung von Milieuschutzgebieten.

mehr ...

Investmentfonds

Rendite und gutes Gewissen sind kein Widerspruch

Spätestens seit die Jugend europa- und weltweit unüberhörbar ihre „Fridays for Future“ zelebriert, ist klar: der Trend zur Nachhaltigkeit hat eine ganze Generation erfasst! Und mit ihr setzen sich Politiker, Institutionen, gesellschaftliche Eliten und Unternehmen immer stärker für den Schutz der Umwelt, hohe soziale und ethische Standards sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen ein.

mehr ...

Berater

Vergleichsvereinbarung der Insolvenzverwaltern mit Zustimmung der Gläubigerausschüsse angenommen

In den Insolvenzverfahren über das Vermögen der deutschen P&R Containervertriebsgesellschaften wurde ein weiterer ganz wesentlicher Meilenstein erreicht: Die Insolvenzverwalter haben mit Zustimmung der jeweiligen Gläubigerausschüsse die von den Gläubigern bereits unterzeichneten Vergleichsvereinbarungen angenommen, nachdem sich die Gläubiger zuvor mit einer überragenden Mehrheit für den Abschluss der Vergleichsvereinbarungen ausgesprochen hatten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Steuerfalle Verkauf von Unternehmensanteilen

Bei der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Eigner von Geschäftsanteilen sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

mehr ...

Recht

Wie Angehörige von Rückforderungen der Sozialhilfe für Pflegekosten befreit werden

Haben Pflegezusatzversicherungen als Vermögensschutzpolicen ausgedient? Eine Analyse von Dr. Johannes Fiala und Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

mehr ...