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20. März 2017, 08:58
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Politik verschärft Wohnraummangel

Politiker fordern, dass mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut wird. Doch politische Eingriffe in die Immobilienwirtschaft schaden oft nicht nur Eigentümern sondern meist auch ihren Mietern. Gastbeitrag von Oliver Moll, Geschäftsführer und Inhaber Moll & Moll Zinshaus

Oliver-Moll Zinshaus-Moll-Moll-Kopie in Politik verschärft Wohnraummangel

Oliver Moll, Moll & Moll Zinshaus: “Große Teile Deutschlands haben ganz andere Probleme als überhöhte Mieten und eine zu hohe Nachfrage.”

Die aktuelle Legislaturperiode hielt für die Immobilienwirtschaft einige böse Überraschungen bereit. Die Politik hat eine Vielzahl gesetzlicher Regulierungen und Reformen beschlossen, die meist negative Auswirkungen für Immobilienbesitzer haben.

Die beiden Mietrechtsreformen, inklusive Mietpreisbremse und geplanter Mietspiegel-Erweiterung, sowie EnEV 2014 und 2016 sind die prominentesten Beispiele. Ein kritischer Blick auf den Status Quo und die politischen Eingriffe in die Immobilienwirtschaft zeigt: Gut gemeint ist manchmal eben das Gegenteil von gut.

Politik schadet langfristig Mietern

Politiker betonen zwar, dass mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut werden müsse. Die zunehmende Rechtsunsicherheit durch immer mehr Vorgaben und Gesetzesänderungen steht dem jedoch entgegen: Eingriffe ins Eigentum, sinkende Renditen sowie eine schleichende Enteignung durch die Mietpreisbremse erhöhen die Vermögensrisiken für private Vermieter, die sich verständlicherweise zwei Mal überlegen, ihr Geld – und damit oft auch einen beträchtlichen Teil ihrer Altersvorsorge– in den Bau von Wohnungen zu investieren.

Langfristig schadet das der Wählergruppe, die man eigentlich entlasten wollte: Ohne private Investitionen wird sich die Situation in den Ballungsgebieten nicht entspannen. Einkommensschwächere Mieter und Familien haben dann auf dem umkämpften Wohnungsmarkt, trotz Mietpreisbremse, weiterhin das Nachsehen.

Erste Anzeichen

Was die Politik zu vergessen scheint ist erstens, dass Private Eigentümer die wichtigste Säule des deutschen Mietwohnungsmarktes sind. Auf sie entfallen zwei Drittel der rund 22,3 Millionen Wohnungen. Ziehen sie sich aus dem Markt zurück, wird das nicht nur den Wohnungsbau hemmen, sondern auch das Verhältnis zugunsten professioneller Unternehmen verschieben.

Die ersten Anzeichen sieht man schon jetzt: Während Quartiere früher von Mietshäusern einzelner Eigentümer und einer vielfältigen Anwohnerstruktur geprägt wurden, dominieren nun kommunale auf der einen und private Wohnungsbaugesellschaften auf der anderen Seite ganze Straßenzüge und Stadtteile. Das verstärkt das Risiko von Gentrifizierung und Segregation.

Regelungen vernachlässigen Leerstandsregionen

Der zweite Punkt, den die Politik komplett aus den Augen verliert: Nicht einmal 30 Prozent des Gebäudebestandes befindet sich in den Ballungszentren. Die Konzentration auf die vermeintlichen Brennpunkte der Big Seven und deren beliebteste Stadtteile führt aber dazu, dass gesetzliche Regelungen, die für einige wenige Viertel vielleicht nachvollziehbar sind, pauschal für das ganze Land angewendet werden.

Seite zwei: Zielkonflikte und Wahlkampfankündigungen

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3 Kommentare

  1. Das, was die letzten Jahre an politischem Unsinn im Wohnungsbau eingeführt worden ist, kann nur als kontraproduktiv bezeichnet werden. Eine der schlimmsten Auswüchse war ohne Zweifel die Einführung der Mietpreisbremse. Wenn ein Investor sieht, dass er auf seine Investition keine auskömmliche Rendite mehr erwirtschaften kann, wird er sein Geld anderweitig anlegen. Sobald der Staat meint, sich auf diesem Gebiet einmischen zu müssen, kommt vielfach eine Missgeburt heraus. Dazu gehören sicherlich auch die verschärften Finanzierungsbedingungen.

    Kommentar von Eugen Klaholz — 28. März 2017 @ 09:04

  2. Ziel der Politik ist es höchst wahrscheinlich, Mietwohnungsbau für Private Investoren so unrentabel zu machen, dass als einzige Lösung der Staat in Form des ökonomisch unsinnigen Sozialen Wohnungsbaus übrig bleibt – damit man seinen Parteifreunden etwas Gutes tun kann. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: Erst stellt die Politik rechtlich einen Mieter immer mehr einem Eigentümer gleich, lädt wirtschaftlich alle Nachteile einer Immobilie dem Eigentümer auf, um sich dann postwendend zu wundern, dass in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern die Mieterquote so hoch ist…

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 20. März 2017 @ 17:58

  3. Die Politik verursacht den Mangel, zum einen baut der Staat viel zu wenig geförderten Wohnraum. Und zum anderen sind die Bauvorschriften immer strenger und die machen es den privaten Bauherren nicht leichter.

    Kommentar von Jan Lanc — 20. März 2017 @ 16:43

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