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6. Januar 2017, 09:02
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Welche Auswirkungen hat die US-Zinspolitik?

Welche Folgen hat die US-Zinswende für die Zinsen in Europa? Kurzfristig dürfte sie keine Auswirkungen haben, da die EZB ihre expansive Geldpolitik weiter verfolgt. Mittelfristig könnte sie jedoch gezwungen sein, zu reagieren. Gastkommentar von Francesco Fedele, BF.direkt AG, und Professor Dr. Steffen Sebastian, IREBS

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Die US-Notenbank setzt ihren Weg hin zu einer Normalisierung der Zinspolitik weiter fort.

Am 14. Dezember 2016 hat die US-Notenbank die Zinsen erwartungsgemäß um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Leitzins bewegt sich damit in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Es handelt sich um die zweite Erhöhung seit der Finanzkrise 2007/2008 und die erste seit rund einem Jahr.

Die US-Notenbank setzt damit ihren Weg hin zu einer Normalisierung der Zinspolitik weiter fort. Was heißt das für Deutschland? Ist damit die lang erwartete – und von manchen befürchtete – Zinswende eingeleitet? Kommt nun die oft als überfällig bezeichnete Preiskorrektur auf dem deutschen Immobilienmarkt?

Kurzfristig hat eine Erhöhung der US-Leitzinsen unserer Meinung nach keine großen Auswirkungen aus Europa. Zunächst werden voraussichtlich aus anderen Märkten Mittel abgezogen und verstärkt in den USA angelegt.

Erste Anzeichen einer Aufwärtsbewegung

Unabhängig davon gibt es in Deutschland erste Anzeichen einer Aufwärtsbewegung – allerdings bei den langfristigen Zinsen. Im Verlauf des Novembers sind diese erstmals wieder gestiegen.

Der zehnjährige Zinsswap, der zu Monatsbeginn noch bei 0,49 Prozent lag, ist in den darauffolgenden Wochen auf 0,72 Prozent gestiegen. Zum Ende des Monats November lag der Wert bei 0,66 Prozent, bewegt sich seitdem aber wieder kontinuierlich aufwärts.

Das ist zwar immer noch sehr niedrig, aber – nach leichten Zinssteigerungen im September und Oktober – doch  der erste nennenswerte Zinsanstieg. Viele Marktteilnehmer, darunter auch Bankenvertreter, führen dies auf die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten zurück und befürchten weitere Zinssteigerungen.

EZB hat engen Handlungsspielraum

Kommt die Zinswende also? Wir gehen – zumindest kurzfristig – nicht davon aus, denn die Europäische Zentralbank (EZB) wird derzeit ihre expansive Geldpolitik nicht ändern. Dies kann sie schon nicht aus Rücksicht auf die Inflationsentwicklung und die Konjunktur in Südeuropa.

Die Anhebung der Leitzinsen in den USA bedeutet also nicht, dass automatisch in Deutschland die Zinsen steigen. Es ist vielmehr zu erwarten, dass sich die Wirkungen insbesondere im Wechselkurs niederschlagen, das heißt der Wert des Euros gegenüber dem Dollar sinken wird.

Dies verteuert unsere Importe und verbilligt unsere Exporte. Teurere Importe können sich direkt in einer höheren Inflation niederschlagen. Niedrigere Exportpreise können stimulierend auf die Konjunktur wirken – was ebenfalls eher die Inflation begünstigt – , allerdings nur in exportabhängigen Branchen und nur insoweit, wie die höheren Importpreise nicht verteuernd wirken.

Bei höherer Inflation müsste die EZB reagieren

Unterm Strich könnte die Inflation in der Eurozone durch die Zinserhöhung in den USA vielleicht steigen – dies allerdings nur mit einer gewissen Zeitverzögerung.

Dann allerdings müsste die EZB reagieren und würde aller Voraussicht nach auch hierzulande einen weniger expansiven Kurs verfolgen. Das heißt, dass die Zentralbank dann einen Anstieg sowohl der kurzfristigen wie auch langfristigen Zinsen anstreben würde.

Kein Grund für übereiltes Handeln

Für uns ergibt sich daraus für den Augenblick eine wichtige Schlussfolgerung: Es besteht kein Grund zu übereiltem Handeln. Aber mit weiter sinkenden Zinsen rechnen wir nicht mehr. Es ist daher sinnvoll, bei langfristigen Investments die Zinsen nunmehr auch langfristig abzusichern.

Autoren: Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG, und Professor Dr. Steffen Sebastian, IREBS International Real Estate Business School, Universität Regensburg.

Foto: Shutterstock

 

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