Wohnraumförderung bundesweit nicht attraktiv genug

In besonders nachgefragten Städten liege dieser Wert sehr häufig über 13 Euro.
 Unter dem Ansatz, dass die Kosten für Wohnraum maximal 35 Prozent des Haushaltseinkommens in Anspruch nehmen sollten, konnten sich nach Berechnungen von Dr. Lübke & Kelber Research im vergangenen Jahr gerade noch zehn Prozent aller Mieterhaushalte eine Miete ab 13 Euro pro Quadratmeter leisten.

Ziel der Bundesregierung gefährdet

Jährlich sind laut Bundesbauministerium 350.000 neue Wohnungen nötig, um den sozialen Frieden nicht zu gefährden – darunter 170.000 Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern und 80.000 bezahlbare Wohnungen.

„Ohne die privatwirtschaftliche Wohnungswirtschaft wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein“, betont Jacke. „Im Jahr 2014 wurden lediglich 10.000 geförderte Mietwohnungen errichtet – in einigen Bundesländern überhaupt keine oder nur eine einstellige Anzahl.“

Dringende Umstellung der Förderprogramme erforderlich

Fast alle aktuellen Förderprogramme seien auf die vermeintliche Vorteilhaftigkeit zinsgünstiger Förderdarlehen ausgerichtet. Sie berücksichtigten nicht die zunehmende Anzahl von Investoren, die auf Eigenkapitalbasis investieren.

Gelegentlich werde mit Baukostenzuschüssen agiert, um dieser Investorengruppe gerecht zu werden. Am Ende bleibe es aber bei allen Programmen bei einem fehlenden Ausgleich der Mietdifferenzen (Fördermiete versus freifinanzierte Miete) und einem damit verbundenen dauerhaften Ertrags- und Wertverlustthema für den Investor.

Individuelle Förderung als Lösungsansatz

„Die Umstellung auf eine Förderung des Mieters (Subjektförderung) anstelle der bisherigen Objektförderung des Gebäudes wäre eine praktikable Lösung: Die Objekte würden dadurch keine nennenswerten Ertrags- und Werteinbußen erfahren und gleichzeitig käme die Förderung unmittelbar dem Mieter zugute“, ist Jacke überzeugt. „Eine solche Lösung bringt für den Mieter dauerhaft bezahlbaren Wohnraum, für die Kommune die Erfüllung ihrer Sozialaufgabe und damit einhergehend die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle Mietergruppen, und sie garantiert den Investoren die Wirtschaftlichkeit ihres Investments bei gleichzeitig größer gewordenem Mieterpotenzial.“ (bk)

Foto: Shutterstock

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