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28. April 2017, 08:14
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Dr. Klein: Baufinanzierungszinsen bleiben nach EZB-Sitzung niedrig

Die EZB flüstert, Trump schreit, Frankreich redet Tacheles und die Bauzinsen bleiben niedrig. So fasst der Zinskommentar die Lage auf dem Baufinanzierungsmarkt zusammen. Gastbeitrag von Michael Neumann, Dr. Klein.

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Michael Neumann, Vorstand Dr. Klein Privatkunden AG: “Ich rechne in diesem Jahr mit keiner Erhöhung des Leitzinses.”

Draghi bleibt seiner Linie treu und verkündet nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) keinen Strategiewechsel. Wie erwartet verändern sich der Umfang und Zeitraum des Anleihekaufprogramms nicht, auch der Leitzins wird nicht erhöht. Zuletzt waren sehr uneinheitliche Stimmen der EZB-Ratsmitglieder zu vernehmen.

EZB-Ratsmitglieder fordern Tapering

Immer mehr fordern immer lauter das sogenannte Tapering, den Ausstieg aus der lockeren Zinspolitik. Bis das passieren kann, ist es üblich, den Markt auf diese Neuausrichtung mittels Kommunikation vorzubereiten. Die Notenbanken tun dies in der Regel sehr vorsichtig und langfristig.

Konkret bedeutet das, dass sie in ihren Erklärungen immer wieder Andeutungen eines möglichen Anstiegs platzieren. Janet Yellen, Chefin der Federal Reserve (Fed), tat dies sehr lange, bevor sie den Leitzins dann tatsächlich erhöhte. Kritiker weisen immer wieder darauf hin, die EZB verschlafe den rechtzeitigen Rückzug aus der lockeren Geldpolitik und zeigen gen Westen – zu den USA.

Die Fed erhöhte bereits drei Mal ihren Leitzins, zuletzt im März. Allerdings reagierte die amerikanische Notenbank viel schneller und rigoroser auf die Finanzkrise 2008/2009. Binnen weniger Monate senkte sie den Leitzins auf null Prozent und begann mit dem massiven Ankauf von Staatsanleihen. Bei diesem Kurs blieb sie bis 2015 – abgesehen von einem kurzen Abweichen 2013.

EZB reagierte verzögert

Das führte in der Konsequenz zu einem nachhaltigen Wachstum der amerikanischen Wirtschaft. Die EZB hingegen benötigte damals deutlich länger, um auf die Bankenkrise mittels Zinssenkung zu reagieren und wagte sich auch schneller wieder an eine Erhöhung, um dann 2012 den Leitzins wieder zu senken.

Erst 2015 – also mehr als fünf Jahre später als die Fed – kaufte sie Staatsanleihen. Nun gesundet die europäische Wirtschaft, aber in den verschiedenen Ländern unterschiedlich schnell. Vielleicht war der EZB das Ausmaß der Krise damals nicht bewusst und sie versuchte ihr deshalb zunächst mit homöopathischen Mittel zu begegnen, bis es zum Rückschlag kam.

Seite zwei: Entwicklung in Frankreich und den USA, Bauzinsen bleiben niedrig

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