Anzeige
7. August 2017, 07:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zu viel Wohnraum

Wohnungsmangel wie in München oder Berlin ist keineswegs ein flächendeckendes Problem, in zwei Dritteln der 402 deutschen Landkreise wurden von 2011 bis 2015 mehr Häuser und Wohnungen als nötig gebaut, wie eine Untersuchung des IW Köln ergeben hat.

Sachsen-verfallen-leer-leerstand-dorf-land-shutterstock 666664606 in Zu viel Wohnraum

Verfallende Häuser in den Ortskernen der Dörfer, wie hier in Sachsen, sind eine Folge der ineffizienten Verteilung von Wohnraum.

Deutschland hat zu viel Wohnraum, aber nicht da, wo er benötigt wird. Weil Häuser am Bedarf vorbei gebaut werden, verfallen Ortskerne und die Landschaft wird zersiedelt. Gleichzeitig gibt es in urbanen Gebieten zu wenig Wohnungen. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) analysiert.

Die Gegenüberstellung des IW von Bautätigkeit, Bevölkerungsentwicklung und leerstehendem Wohnraum zeigt: In 265 der 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte wurden in den Jahren von 2011 bis 2015 zu viele Wohnungen und Häuser gebaut. Knapp ist Wohnraum demnach nur in jedem dritten bis vierten Kreis.

Mangel in urbanen Gebiten

Der Mangel zeichnet sich vor allem in großen Städten ab. In Berlin fehlen laut IW-Angaben 57.500 Wohnungen, in München 36.400. Aber auch in Ostdeutschland mangelt es vor allem in wachsenden Städten wie Leipzig und Dresden an Wohnraum.

Auch im Umland vieler Großstädte werde zu wenig gebaut. Der Landkreis München beispielsweise hätte laut IW von 2011 bis 2015 insgesamt gut 4.600 Wohnungen mehr gebraucht, als tatsächlich gebaut wurden. Ähnlich sehe es im Städtedreieck Frankfurt, Darmstadt und Mainz aus: Der Landkreis Offenbach ist mit 3.900 Wohnungen im Baurückstand, Groß-Gerau mit 3.300 und die Stadt Offenbach mit 2.800.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Iwd 2017 15 2-3 Baubedarf Zuwenig in Zu viel Wohnraum

Dafür würden vor allem im Norden zu viele Eigenheime in ländlichen Gebieten entstehen. Vor allem an Deutschlands nordwestlichen und nordöstlichen Rändern wurde laut IW von 2011 bis 2015 mehr gebaut, als gemäß Einwohnerentwicklung und Leerstand nötig gewesen wäre: Im Landkreis Greifswald, auf Rügen, in Nordfriesland und im Emsland lag der Überschuss jeweils bei gut 3.000 bis 5.000 Wohneinheiten, darunter überdurchschnittlich viele große Wohnungen und Einfamilienhäuser.

Seite zwei: Zu viel Wohnraum: Gründe, Folgen und Auswege

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Preventicus, SkinVision, TeleClinic: Generali baut Gesundheitsservices aus

Die Generali Deutschland treibt die digitale Transformation voran: Nun hat die private Krankenversicherungstochter des Versicherungskonzerns, die Central, im Bereich Gesundheit Kooperationen mit den Start-ups Preventicus, SkinVision und TeleClinic angekündigt. Ziel sei es, durch die Zusammenarbeit den digitalen Service für die Versicherten auszubauen.

 

mehr ...

Immobilien

Zusätzlicher Investor für Frankfurt Airport Center

Die Erwe Immobilien AG, Frankfurt am Main, wird sich neben ihrem laufenden Auftrag zur Projektentwicklung und Projektsteuerung nun am Frankfurt Airport Center (FAC) direkt beteiligen.

mehr ...

Investmentfonds

Smart-Beta-ETFs: Aktiv oder Passiv?

Wie funktionieren Smart-Beta-ETFs? Was sind die Vor- und Nachteile? Gibt es aktive ETFs? Hier finden Anleger die Antworten auf die wichtigsten Fragen.  Teil acht der Cash.-Online-Reihe zum Thema Factor Investing. Gastbeitrag von Sebastian Külps, Vanguard (Teil 1/2).

mehr ...

Berater

MLP: “Respekt vor den Risiken”

Der Wieslocher Finanzdienstleister MLP konnte die Gesamterlöse in den ersten neun Monaten des Jahres um fünf Prozent auf 462,5 Millionen Euro ausbauen. Dabei entwickelten sich die Gesamterlöse nach Angaben des Unternehmens im dritten Quartal mit einem Zuwachs von acht Prozent besonders dynamisch.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer VC-Fonds profitiert vom MIG-Siltectra-Deal

Wie verschiedene MIG Fonds hat auch der von Xolaris als Service-KVG verwaltete GA Asset Fund seine Beteiligung an der Siltectra GmbH versilbert. Dessen Anleger können sich ebenfalls freuen.

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Wirtschaft unvorbereitet auf Brexit

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position.

mehr ...