17. September 2018, 15:57
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Bausparen: Kassen leeren Notfallfonds um die Hälfte

Der einstmals milliardenschwere Notfallfonds der Bausparkassen wurde im vergangenen Jahr um etwa die Hälfte geleert. Das errechnete das Wirtschaftsmagazin “Capital” (Ausgabe 10/2018) auf der Basis der Geschäftsberichte.

Bausparen: Kassen leeren Notfallfonds um die Hälfte

Die Notfallfonds diverser Bausparkassen sind bereits komplett leer oder nahezu aufgebraucht.

Den Berechnungen zufolge sanken die Finanzpolster in den Fonds zu “bauspartechnischen Absicherung” im vergangenen Jahr von anfangs 1,34 Milliarden Euro auf 637 Millionen Euro. Setze sich diese Entwicklung fort, könnten die meisten Reserven schon Ende 2018 aufgebraucht sein.

Diese Entwicklung zeige die Probleme vieler Bausparkassen, die unter den niedrigen Zinsen leiden, zugleich aber hohe Zinszusagen aus alten Verträgen erfüllen müssen.

Die Notfall-Fonds wurden Anfang der 90er-Jahre eingerichtet, damit Kunden ihre Darlehen stets schnell ausgezahlt bekommen. Seit 2015 dürfen die Bausparkassen diese Reserven allerdings auch einsetzen, um Engpässe im laufenden Geschäft abzufedern, die die Niedrigzinsen verursacht haben.

Fonds vielerorts schon leer

Der Verband der privaten Bausparkassen bezeichnet die Entnahmen als Beitrag “zur weiteren Stabilisierung” des Geschäfts.

Laut “Capital” hat die Bauspar-Tochter des Versicherers Debeka ihren Notfall-Fonds bereits komplett geleert. Weiterhin richte sich die Debeka darauf ein, ihrer Bausparkasse im Jahr 2019 Kapital nachzuschießen.

Auch bei der Postbank-Tochter BHW Bausparkasse, der Aachener Bausparkasse, der Signal-Iduna Bauspar und der Deutscher Ring Bausparkasse seien die Reserven ganz oder fast aufgebraucht – teils seien mit den Notfonds die Erträge aufgebessert worden.

Seite zwei: Branche wandelt sich von Grund auf

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1 Kommentar

  1. Die Bausparkassen nutzen eine gesetzlich geschaffene Möglichkeit zur weiteren Stabilisierung ihres Geschäfts. Eine isolierte Betrachtung einzelner Reservepositionen greift zu kurz. Es geht um die Steuerung und Abdeckung der institutsspezifischen Risiken insgesamt. Dazu wurden vor allem Reservepositionen umgeschichtet – zum Beispiel Mittel aus dem Reservetopf Fonds zur bauspartechnischen Absicherung in Reservetöpfe für allgemeine Bankrisiken (340 f oder 340 g HBG). In einigen Fällen wurde der Fonds aber auch dazu genutzt, die Bausparkasse auf einen soliden Ertragspfad zu halten. Konkret ging es hier um den erwähnten neuen gesetzlichen Verwendungszweck “Sicherung der für den nachhaltigen Betriebs des Bauspargeschäfts erforderlichen kollektiv bedingten Zinsspanne.“

    Kommentar von Alexander Nothaft — 26. September 2018 @ 09:14

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