Denkmalimmobilien: Nachfrage übersteigt Angebot

Wer sich zum Erwerb einer Wohnung als Kapitalanlage entschlossen hat, kann unter Bauträgerangeboten aus Neubau, Bestand und Altbau wählen. Zu sanierende Denkmalimmobilien sind bei den Anlegern als Zielobjekte besonders beliebt.

Wohnungen mit historischem Flair: Speisehaus der Nationen im Terraplan-Projekt „Olympisches Dorf von 1936“ in Elstal bei Berlin.

Auch bei den Mietern stehen Altbauwohnungen mit hohen Fenstern, klassischen Holzböden und Stuckelementen hoch im Kurs. Neben den Mieteinnahmen bieten diese Immobilien den Erwerbern auch ansehnliche Steuervorteile.

Der Staat fördert die Sanierung historischer Altbauten seit langem mit Steuervergünstigungen (so genannte Denkmal-AfA), sofern der Kauf vor Beginn der Baumaßnahmen erfolgt.

Der Anteil der anrechenbaren Sanierungskosten am Kaufpreis des Objekts kann vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Kapitalanleger können diese nach Paragraf 7i Einkommensteuergesetz (EStG) über einen Zeitraum von zwölf Jahren geltend machen.

Nachfrage der Anleger steigt

Dies lohnt sich umso mehr, je höher der persönliche Steuersatz ist. In der Regel macht der Sanierungskostenanteil mindestens 50 Prozent des Kaufpreises aus, oft auch bis zu 80 Prozent.

„Die Nachfrage von Kapitalanlegern nach Denkmalschutzobjekten ist sehr hoch. Die Motivation liegt auf der einen Seite darin, aus ersparten Steuern nachhaltig Vermögen aufzubauen, mehr und mehr aber auch darin Geldvermögen in Sachwerten zu sichern“, sagt Josef Schnocklake, Vertriebsleiter des Nürnberger Projektentwicklers Terraplan.

„Die Grundparameter haben sich nicht verändert“, bestätigt Jörg Walter, Geschäftsführer der IVM Gesellschaft für Innovatives Vertriebsmarketing, die als Exklusivvertrieb für den Projektentwickler Thamm & Partner agiert.

Immer weniger verfügbare Objekte

Niedrige Zinsen und weiterhin hohe steuerliche Abschreibungen würden die Nachfrage nach Denkmalimmobilien auch in 2018 hoch- halten. Auch der Charme historischer Architektur und die meist gewachsene Infrastruktur tragen laut Walter zur Attraktivität dieser Objekte bei.

Während die Nachfrage der Anleger zunimmt, entstehen jedoch beim Angebot bereits Engpässe, da etwa in Berlin ein Großteil der historischen Wohnhäuser bereits saniert ist.

„Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach denkmalgeschützten Immobilien in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass insbesondere in den westlichen Bundesländern sowie in Metropolen kaum noch interessante Denkmalschutzobjekte zu kaufen sind“, berichtet Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG, Bonn.

Seite zwei: Projektentwickler setzen auf Alternativen

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