Anzeige
11. Januar 2018, 08:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

So verändert die Digitalisierung den Immobilienmarkt

Der digitale Umbruch verändert unser Leben und Arbeiten radikal, und er drückt auch dem Immobiliensektor seinen Stempel auf.  Wer wissen will, wie sich die deutsche Investmentlandschaft entwickeln wird, muss nur einen Blick über den Atlantik werfen. Gastbeitrag von Thomas Gütle, US Treuhand

Thomas-Guetle Cordea-Savills in So verändert die Digitalisierung den Immobilienmarkt

Thomas Gütle, US Treuhand: “Der Immobilienmarkt wird in seiner Gänze von der Digitalisierung erfasst und verändert.”

Die Vereinigten Staaten nehmen bei der Digitalisierung eindeutig eine Vorreiterrolle ein. Die Generation der „Millennials“, die mit dem Internet aufgewachsen ist, umfasst rund 80 Millionen Menschen und stellt inzwischen auch die größte Gruppe der arbeitenden Bevölkerung in den USA.

Diese „Digital Natives“ stellen völlig neue Ansprüche an ihre Wohn- und Arbeitsplätze. Sie sind – im Zusammenspiel mit der technologischen Entwicklung – der entscheidende Faktor.

Immobilieninvestoren sollten die bereits erkennbaren und die noch zu erwartenden Auswirkungen der Digitalisierung auf die Immobilienbranche unbedingt in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen – diesseits und vor allem jenseits des Atlantiks.

Boom bei Logistikimmobilien

Der bislang größte Nutznießer des digitalen Wandels unter den Immobiliensegmenten ist der Bereich der Logistikimmobilien. Dort schlägt sich die wachsende Verlagerung von Einzelhandelsumsätzen ins Internet deutlich nieder. In den USA steht E-Commerce bereits für etwa 10,5 Prozent der Einzelhandelsumsätze, Tendenz steigend.

Hatte dies zunächst eine Sonderkonjunktur für große Logistikzentren auf der grünen Wiese bewirkt, rücken nun kleinere innerstädtische Verteilzentren für die Versorgung der „letzten Meile“ in den Blickpunkt der Investoren. Denn die Online-Kunden wollen ihre Ware immer schneller zugestellt bekommen.

Gleichwohl ist die Zeit der großen Logistikzentren noch nicht vorüber, wie das Werben mehrerer US-amerikanischer Städte um die Ansiedlung von Amazon-Lieferzentren gerade zeigt. Und das Thema erschöpft sich nicht beim E-Commerce: Die digitale Lieferkettenoptimierung durch die Industrie etwa sorgt ebenfalls für wachsende Nachfrage nach Logistikflächen.

Einzelhandel: Chancen durch Veränderung

Ein Verlierer des digitalen Umbruchs ist auf den ersten Blick der stationäre Einzelhandel, da immer mehr Umsatz ins Internet abwandert. Doch diese Aussage lässt sich so pauschal nicht treffen.

Durch eine sinnvolle Kombination von physischer Präsenz und umfangreichem Angebot im Internet lassen sich nach wie vor Kunden in die Läden locken – Stichwort: Omnichannel. Damit wachsen Einzelhandel und Logistik immer enger zusammen, eine Entwicklung, die übrigens keine Einbahnstraße ist, wie die Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods durch Amazon zeigt.

Entscheidend für den stationären Einzelhandel ist neben der Ware heutzutage auch das Einkaufs- und Freizeiterlebnis. Sehr deutlich zeigt sich das an den für die USA so typischen Shopping-Malls: Ältere Malls in schlechter Lage, mit fehlendem oder schlechtem Marketing-Konzept und ohne passende Online-Strategie haben es schwer. Jede dritte der derzeit rund 1.200 Malls in Amerika wird schon bald von der Pleite bedroht sein.

Moderne High-End-Malls mit flankierendem Freizeitangebot sind dagegen nach wie vor Publikumsmagneten. Insgesamt sinkt der Flächenbedarf im US-Einzelhandel tendenziell, zugleich steigen die Ansprüche an die Qualität der Objekte. Investoren bieten sich damit weiterhin attraktive Chancen, allerdings sollten sie sehr genau hinschauen.

Ansprüche an Büroflächen wachsen

Ebenfalls tiefe Spuren hinterlässt die digitale Revolution bei Büroimmobilien. Die gute Nachricht: Das Büro hat im digitalen Zeitalter nicht ausgedient. Homeoffice spielt nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle, in den USA wie anderswo.

Stattdessen erhöhen sich die Ansprüche der Nutzer an die Qualität des Bürogebäudes. Das gilt zum einen für die technische Ausstattung und zum anderen für die Attraktivität des Arbeitsumfelds. Gefragt sind ein gewisser Wohlfühlfaktor und eine größere Nähe zum Wohnort sowie zu Freizeit- und Einkaufsangeboten.

Seite zwei: Arbeitsplatz wird energie- und kosteneffizienter

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Berufstätige Frauen und Mütter stärken die Rentenversicherung

Eine deutlich stärkere Erwerbsbeteiligung von Müttern könnte die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2050 um insgesamt rund 190 Milliarden Euro entlasten. Zugleich würde der Staat rund 13,5 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen einsparen. Zudem würde das Rentenniveau steigen, bei niedrigeren Beiträgen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Hypoport erweitert Geschäftsbereiche durch Übernahme von FIO Systems

Die Hypoport AG übernimmt die Leipziger FIO Systems AG und erweitert damit ihr Leistungsspektrum. FIO Systems ist ein Spezialanbieter webbasierter Branchenlösungen für die Finanz- und Immobilienwirtschaft.

mehr ...

Investmentfonds

Hemmer neuer Vertriebs-Chef bei Carmignac

Der französissche Asset Manager Carmignac ernennt Nils Hemmer zum Country Head für Deutschland und Österreich. Mit Sitz in Frankfurt wird er im Juli die Leitung des deutschen und österreichischen Geschäfts übernehmen.

mehr ...

Berater

Prominente Unterstützung für Insurtech Ottonova

Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat Seriengründer, Tech-Investor und TV-Star Frank Thelen (“Die Höhle der Löwen”) als Unterstützer gewonnen. Seine Beteiligungsfirma Freigeist Capital ist allerdings nicht direkt an Ottonova beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Sehr attraktives Marktumfeld mit historisch günstigen Schiffswerten”

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) hat das Geschäftsjahr 2017 mit Gewinn abgeschlossen und nach eigener Darstellung die strategische Neupositionierung erfolgreich fortgesetzt. Dazu zählen auch wieder Schiffe.

mehr ...

Recht

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...