DIW: Weniger Neubau, mehr Modernisierung

Die Baukonjunktur bleibt deutlich aufwärtsgerichtet, so die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Allerdings werden sich die Investitionen anders verteilen. Die Neubauzahlen im Wohnungsbau werden sich nach Prognose des Instituts halbieren.

Zwei Arbeiter sind auf einer Baustelle mit dem Aufbau eines Ger¸stes besch‰ftigt. Foto: Roland Holschneider/Archiv
Die Bautätigkeit bleibt weiter stark, Modernisierung und Sanierung schließen aber auf.

Floss das Gros der Gelder bislang in den Wohnungsneubau, wird es in den kommenden zwei Jahren stärker in Sanierungen und Modernisierungen fließen. Die Bautätigkeit der gewerblichen Wirtschaft und die der öffentlichen Hand werden voraussichtlich weiterhin nur moderat steigen.

Die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wurde im Rahmen seiner jährlichen Prognose des Bauvolumens im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMUB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erarbeitet.

Höhere Preise für Bauleistungen

Deutlich zulegen werden allerdings die Preise für Bauleistungen, weil die Kapazitäten der Branche insgesamt stark ausgelastet sind. Kostensteigerungen bei Löhnen, Energie, Rohstoffen und Grundstücken dürften dementsprechend stark durchschlagen. Den nominalen Steigerungen des Bauvolumens von 373 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 392 Milliarden Euro im Jahr 2018 und 414 Milliarden Euro im Jahr 2019 dürften daher deutlich schwächere reale Zuwächse gegenüberstehen. Die Steigerungsraten dürften 2018 bei 1,8 Prozent und 2019 bei 2,4 Prozent liegen. Weiterhin bildet der Wohnungsbau dabei das Fundament mit Wachstumsraten von real 3,5 Prozent in diesem Jahr und weiteren drei Prozent im Jahr 2019.

Boom im Wohnungsneubau geht zu Ende

In den vergangenen Jahren boomte vor allem der Wohnungsneubau mit Zuwachsraten von jährlich teilweise deutlich mehr als zehn Prozent. „Der Neubauboom geht allerdings zu Ende“, so die DIW-Ökonomen Martin Gornig und Claus Michelsen. „Bekanntermaßen ist in den gefragten Lagen der großen Städte das Bauland knapp, und die Bauwirtschaft arbeitet an der Grenze ihrer Kapazitäten“, so Michelsen weiter.

Seite zwei: Wohnungsneubau halbiert sich

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