22. Dezember 2017, 12:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnimmobilien: Verbraucherschützer fordern Rechtssicherheit für Käufer

Den Beginn der Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD nutzen auch Verbraucherschutzorganisationen um an die Parteien zu appelieren. So verlangt der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) umfassende Nachbesserungen im Bauträgervertragsrecht.

Wohnimmobilien: Verbraucherschützer fordern Rechtssicherheit für Käufer

Nach aktueller Rechtslage drohen Käufern langwierige Rechtsstreite fall der Bauträger insolvent wird.

Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge wurden allein im Jahr 2016 etwa 100.000 Wohnungen durch Bauträger errichtet und für die kommenden Jahre sei davon auszugehen, dass diese Zahlen weiter ansteigen, so der BSB.

Das Bauträgergeschäft könne in Zukunft eine entscheidende Rolle dabei spielen, der wachsenden Wohnungsknappheit in städtischen Ballungsgebieten entgegenzuwirken.

Vor diesem Hintergrund fordert Florian Becker, Geschäftsführer des BSB, bestehende Gesetzeslücken zu schließen: “Private Bauherren investieren jährlich ca. 3,7 Milliarden Euro in den Wohnungskauf vom Bauträger. Dem gegenüber steht eine lückenhafte Rechtslage bei diesen Geschäften. Eine Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen ist dringend notwendig“

Mehr Sicherheit für Käufer

Besonders der Insolvenzfall sei dabei hochgradig problematisch. Kaufe ein Verbraucher eine Wohnung vom Bauträger, bezahle er für Eigentum, das zunächst auf dessen Grundstück entstehe.

Erst mit der Fertigstellung bekomme der Bauherr seine Wohneinheit übergeben. Wird der Bauträger aber in der Zeit zwischen Kauf und Fertigstellung insolvent, drohen Bauerren laut BSB langwierige und teure Rechtsstreite.

Durch die aktuelle Rechtslage sei es Käufern kaum möglich aus ihren Verträgen herauszukommen, jedoch sei auch die Fortsetzung des Bauvorhabens in Eigenregie schwierig, da sich dafür alle Käufer einig sein müssten.

Rechte auf eine Rückabwicklung des Vertrags und eine ausreichend finanzielle Absicherung des Käufers sind BSB zufolge derzeit nicht vorhanden.

Fachforum fordert Änderungen

Bereits im Herbst 2017 habe der BSB ein rechtspolitisches Fachforum zum Thema Bauträgervertragsrecht abgehalten, an dem Vertreter aus Baubranche, Wissenschaft und Rechtsprechung teilnahmen.

Die Teilnehmer des Forums kamen letztendlich übereinstimmend zu dem Schluss, dass der Gesetzgeber hier dringend nachbessern müsse.

Aus diesem Grund fordere der BSB eine Berücksichtigung des Bauträgerrechts im Koalitionsvertrag um diese Thematik zu einem größeren Teil der politischen Agenda zu machen. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Wohnimmobilien:

Immobilienanlage: “Private Eigentümer sollten verkaufen”

So hoch sind die Vergleichsmieten in deutschen Großstädten

Weltweiter Preisanstieg für Wohnimmobilien schwächt sich ab

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...