26. Januar 2018, 14:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einnahmen durch Grunderwerbsteuer auf Rekordhöhe

Die Einnahmen der Bundesländer aus der Grunderwerbsteuer haben in 2017 einen neuen Höchstwert erreicht. Die Anhebungen der vergangenen Jahre tragen dazu bei, dass Wohneigentum für immer mehr Menschen unerschwinglich wird, kritisiert der Immobilienverband BFW.

Haus-haeuser-wachstum-geld-preis-shutterstock 584441113 in Einnahmen durch Grunderwerbsteuer auf Rekordhöhe

Die Bundesländer haben die Sätze für die Grunderwerbsteuern in den vergangenen Jahren vielmals erhöht.

Union und SPD wollen die Bildung von Wohneigentum laut Sondierungspapier fördern – zugleich würden die Bundesländer jährlich neue Rekordeinnahmen bei der Grunderwerbsteuer kassieren, so der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Damit würden die Absichten der Sondierer ad absurdum geführt.

Die Einnahmen der Länder durch die Grunderwerbsteuer sind 2017 auf einen neuen Rekordwert von 13,14 Milliarden Euro geklettert. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind sie damit um fast sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Schmerzgrenze ist erreicht

Allein in den vergangenen sechs Jahren haben sich die Einnahmen mehr als verdoppelt: 2011 hatten die Länder noch 6,37 Milliarden Euro durch die Grunderwerbsteuer eingenommen.

BFW-Präsident Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, warnt: „Der Erwerb von Wohneigentum und die Bildung einer Altersvorsorge ist durch diese Steuerspirale für viele Menschen nicht mehr möglich. Die Schmerzgrenze für die Mittelschicht ist mehr als erreicht. Das im Sondierungspapier festgehaltene Vorhaben von Union und SPD, den Erwerb von Wohneigentum zu fördern, wird durch diesen Erhöhungswettlauf schon von vornherein ad absurdum geführt.”

Bundesländer legen Steuersätze fest

Die Steuer, die bei jedem einzelnen Immobilienkauf im Neubau oder Bestand anfällt, wird seit der Föderalismusreform 2006 durch die einzelnen Bundesländer festgelegt. Seitdem wurde sie von den Ländern insgesamt 27 mal erhöht.

„Angesichts des riesigen Mangels an bezahlbarem Wohnraum kann es nicht sein, dass Länder und Kommunen versuchen, über immer höhere Grunderwerbsteuern ihre Haushaltslöcher zu schließen”, sagt Ibel und fordert: „Die Grunderwerbsteuer muss bundesweit endlich wieder auf ein investitionsfreundliches Niveau gesenkt werden.” Schon in den Achtzigern habe eine Steuerreformkommission festgestellt, dass ein Satz von maximal zwei bis drei Prozent gesamtwirtschaftlich vertretbar ist.

Der BFW weist darauf hin, dass Immobilienkäufer neben der Grunderwerbsteuer in der Regel Notarkosten von zwei Prozent und Maklergebühren von bis zu 7,14 Prozent zahlen müssen.

Bei einem Höchstsatz von 6,5 Prozent, der in Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und ab 2017 auch in Thüringen gelte, fielen damit rund 15,6 Prozent der Kaufkosten zusätzlich an Erwerbsnebenkosten an. Bei einem 400.000-Euro-Objekt entspriche dies einer Summe von 62.560 Euro. (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

GKV: Spahn will mehr Wettbewerb zwischen Kassen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will es den Bürgern leichter machen, zwischen einzelnen gesetzlichen Krankenkassen zu wechseln. Das schrieb der CDU-Politiker in einem am Sonntag veröffentlichten Gastbeitrag für das “Handelsblatt”.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

“Chancen ergeben sich aus der Ineffizienz der Kapitalmärkte”

Lohnt es sich trotz der ernüchternden Ergebnisse in 2018 in Value-Strategien zu investieren? Darüber hat Cash. mit Andreas Wosol gesprochen. Wosol ist Head of Multi Cap Value & Senior Portfolio Manager des Amundi European Equity Value.

mehr ...

Berater

“Deutsche Commerz”: Mitarbeiter kämpfen gegen Fusion

Gewerkschaften machen von Anfang an Front gegen ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen. Verdi will nun Kräfte bündeln. Auch die EU-Kommission meldet sich zu Wort.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...