Immobilien: Stimmungseinbruch vor Weihnachten

Der von der Deutschen Hypo regelmäßig ermittelte Immobilienklima-Index zeigt einen deutlichen Stimmungsdämpfer. Viele Investoren bewerten die Aussichten für den deutschen Immobilienmarkt pessimistischer. Nur zwei Assetklassen stechen positiv hervor.

Gibt es Anzeichen dafür, dass sich der Immobilienboom in Deutschland abschwächt?

Die 132. Monatsbefragung des Deutsche Hypo Immobilienklimas zeigt einen klaren Trend: Gegenüber dem Vormonat fällt der Index um 4,3 Prozent auf nun 117,8 Zählerpunkte.

In den vergangenen drei Jahren war der Rückgang im Vergleich zum Vormonat nach Angaben der Deutschen Hypo lediglich im August 2018 mit 4,4 Prozent noch höher. Der Rückgang des Investmentklimas falle mit 4,9 Prozent auf 116,5 Zählerpunkte dabei erneut deutlicher aus als der Rückgang des Ertragsklimas mit 3,6 Prozent auf 119,0 Zählerpunkte.

„Von wegen besinnlich: Ausgerechnet im Dezember sackt das Deutsche Hypo Immobilienklima um 4,3 Prozent ab und erreicht den niedrigsten Wert seit mehr als sechs Jahren. Hinzu kommt: Das letzte Mal, als ein Jahresende einen niedrigeren Punktwert aufwies, war 2009 – mitten in der Finanzkrise“, erläutert Sabine Barthauer, Mitglied des Vorstand der Deutschen Hypo.

„Wenn die Stimmung im Markt kontinuierlich zurückgeht, dann hat das eine Aussagekraft. Das Immobilienklima war lange nicht mehr so pessimistisch. Großen Anteil daran hat sicherlich das Geschehen außerhalb unserer Branche – die vielen geopolitischen Krisen, die Unruhen in Frankreich, der Machtkampf zwischen Italien und der EU, insgesamt die Unsicherheit über die Zukunft Europas. All das drückt auf die Stimmung, auch wenn weiterhin viele Transaktionen realisiert werden.“

Nur das Logistikklima kann sich behaupten

Die in der jüngeren Vergangenheit schon zu beobachtende, sehr heterogene Entwicklung der einzelnen Assetklassen hat sich den Angben zufolge auch im Dezember fortgesetzt.

Entgegen dem allgemeinen Trend steige das Logistikklima im Vergleich zum November leicht um 0,8 Prozent auf nun 143,2 Punkte und befindet sich damit auf einem Niveau mit dem Wohnklima, dem Spitzenreiter unter den Assetklassen. Nach der negativen Entwicklung im Oktober zeige sich das Hotelklima mit einem Rückgang um lediglich 0,1 Prozent auf 115,5 Punkte wieder auf einem stabilen Niveau.

Das Wohnklima kann den positiven Trend dagegen nach Angaben der Deutschen Hypo nicht fortsetzen und falle um 2,9 Prozent auf nun 143,3 Punkte. Ungewohnt deutlich falle der Rückgang des Büroklimas aus: Eine Abnahme um 5,8 Prozent bedeute den stärksten Rückgang im Vergleich zum Vormonat seit August 2014. Der aktuelle Büroklimawert von 134,5 stellt den niedrigsten Wert seit September 2016 dar. Nach der leichten Stabilisierung im Vormonat falle das Handelklima im Dezember wieder deutlich um 8,0 Prozent auf 66,1 Zählerpunkte.

Zwei Assetklassen stechen hervor

„Dass Eigentümer ihre Immobilien trotz der aktuellen Hochpreisphase nicht verkaufen, hängt mit den nach wie vor fehlenden Anlagealternativen zusammen. ‚Wohin nur mit dem Geld?‘, fragen sich viele Investoren. Nun, zwei Assetklassen stechen bei unserer Befragung weiterhin positiv heraus: Wohnen und Logistik. Aufgrund ihrer erheblichen Marktbedeutung entfällt das größere Investoreninteresse dabei sicherlich auf Wohnimmobilien – auch im Jahr 2019“, kommentiert Barthauer. (bk)

 

Foto: Shutterstock

 

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