24. April 2018, 08:58
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“Schnelle Veränderungen notwendig”

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren 1,5 Millionen neue Wohnungen schaffen, aber die Realität ist momentan eine andere. Die Baugenehmigungen sind zuletzt wieder gesunken. Was in unseren Metropolen geschehen muss, damit das Wohnungsprogramm nicht verpufft.  Gastbeitrag von Nedeljko Prodanovic, Stonehedge Gruppe

Prodanovic Stonehedge By Jonas Friedrich in Schnelle Veränderungen notwendig

Nedeljko Prodanovic, Stonehedge: “Wenn wir die Wohnungsengpässe bekämpfen wollen, müssen wir die Probleme grundsätzlicher angehen.”

Es ist schon manchmal etwas bizarr, wenn gut gemeinte Vorhaben auf die harte Realität treffen. So hat zwar die neue Bundesregierung, die gerade ihre Arbeit aufnimmt, noch einmal ihr Ziel bestärkt, innerhalb der nächsten dreieinhalb Jahre 1,5 Millionen Wohnungen errichten zu wollen.

Aber solche Ankündigungen korrelieren in keiner Weise mit den Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach die Zahl der Bauanträge 2017 um 7,3 Prozent zurückgegangen ist. Bevor die neue Bauinitiative starten soll, ist nüchtern festzuhalten: Die Zahl der genehmigten Wohneinheiten sank zuletzt um 27.300.

Selbst, wenn wir einmal davon ausgehen, dass nicht jedes Eigenheim auf dem Land wohnungspolitisch wirklich benötigt wird, machen die Zahlen deutlich, dass wir in einem Dilemma stecken. Denn unsere Metropolen erleben weiterhin starken Zuzug und der steigende Bedarf wird nicht annähernd erfüllt werden können, wenn sich nicht umgehend etwas ändert.

In Berlin fehlen Bauinitiativen wie etwa in Bayern

Das wird am Beispiel der Bundeshauptstadt deutlich. Obwohl sich dort gerade in den vergangenen drei Jahren die Wohnungsnot vergrößerte, steht der regierende Senat der Entwicklung eher ohnmächtig gegenüber.

Man gibt an, dass das Minus der Bauanträge von 1,2 Prozent geringer ausgefallen sei als das Minus im Bund. Es klingt, als wolle der Senat sagen: “Ist doch alles nicht so schlimm.” Ist es aber schon. Denn solange der Nachfragedruck wächst, steigen auch die Preise. Viele Familien aus Schwellenhaushalten können sich schon jetzt weder eine Eigentumswohnung leisten noch die steigenden Mieten zahlen. Hier als Politik nicht gegenzusteuern, wäre fahrlässig.

Seite zwei: Drei Maßnahmen gegen Wohnungsmangel

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1 Kommentar

  1. Hier müssen vielmehr die Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft verbessert werden – der Staat bzw. das Bundesland ist wie andere Großprojekte zeigen, hier weniger gut geeignet. Vielmehr geht es darum die Rahmenbedingungen deutlich spürbar und schnell zu verbessern! Sinnvolle Maßnahmen wären hier: Bessere Abschreibungsmöglichkeiten für private Investoren, Wegfall der Grundsteuer für von Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen, Senkung der Nebenkosten (z.B. Grunderwerbsteuer streichen) beim Erwerb, Ausdehnung des Bestellerprinzips beim Makler auf den Käufermarkt wie es bereits beim Mietermarkt ist sowie Begrenzung der Maklerprovisionen auf z.B. 3 % vom Kaufpreis, Überprüfung und Reduktion auf sinnvolle Baustandards und eine Aufstockung bestehender 1-Etagen-Supermärkte mit Wohnhäusern. Also Ideen und Ansätze gibt es genug. Speziell für Berlin sowie weitere Ballungsräume: Länderfusion der Stadtstaaten mit den umgebenden Bundesländern und dann eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung des Speckgürtels sowie Ausbau der P+R-Angebote, um den Tagespendlern eine umweltfreundliche Alternative zu bieten.

    Kommentar von Nikolai Schubert — 25. April 2018 @ 09:35

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