24. April 2018, 08:58
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“Schnelle Veränderungen notwendig”

Es gibt einige Beispiele, wie es besser laufen könnte. Bayern hat angekündigt, 2.000 Wohnungen aus Landesmitteln zusätzlich bauen zu wollen. In Sachsen werden Familien mit mittlerem Einkommen staatlich gefördert, wenn sie Eigentum erwerben wollen. Derlei Förderungen für einen Großteil der Bevölkerung finden in Berlin nicht statt.

Wenn wir die Wohnungsengpässe bekämpfen wollen, müssen wir die Probleme grundsätzlicher angehen. Der Bund kann dabei sicherlich unterstützen, aktiv werden müssen aber die Städte selbst.

Schnellere Genehmigungsverfahren: In Metropolen wie Berlin und Hamburg haben häufig die Bezirke das Sagen. Hamburg hat sich davon gelöst und bereits vor geraumer Zeit eine neue Maßnahme beschlossen: Dauert ein Bauantrag länger als drei Monate, schaltet sich der Senat in den Bewilligungsprozess aktiv ein und beschleunigt das Verfahren. Dieses Vorgehen sollte obligatorisch für alle Top-Sieben-Städte in Deutschland werden.

Städtische Räume nachverdichten: In Berlin böte sich besonders der Ausbau von Dachgeschosswohnungen von Gründerzeitbauten sowie anderer Altbauten an. Der Senat bremst, da er der Meinung ist, dass dann Bäume beschnitten werden müssten und die Feuerwehr im Brandfall oberhalb von 22 Metern bei einem Haus nicht sicher genug löschen könnte. Gleichzeitig wurde für den sozialen Wohnungsbau eine Ausnahme geschaffen. Projektentwickler erwarten, dass die Ausnahme um den privaten Wohnungsbau erweitert wird.

Infrastruktur im Umland stärken: Wer nach einer größeren Wohnung in der Stadt sucht, wird immer seltener fündig. Für viele Menschen käme auch ein Umzug ins Umland infrage, sofern die Infrastruktur stimmt. Die Städte sollten sich enger mit den umliegenden Gemeinden austauschen, um Zugangsstraßen und Verkehrslinien in die Zentren optimal zu planen. Nur, wer eine werktägliche Verbindungszeit von unter 40 Minuten bieten kann, wird eine Entlastung der Städte erreichen können.

Für eine bessere Verkehrsinfrastruktur wäre auch der Bund gefragt. Insgesamt bedarf es aber eines ganzen Paketes an Maßnahmen, damit mehr Wohnraum entsteht.

In dem Jahr, in dem die Bundesregierung ankündigt, künftig 1,5 Millionen Wohnungen bauen zu wollen, muss wirklich etwas geschehen. Es wäre doch mehr als blamabel, wenn die Neubauzahlen zum Ende dieses Jahres erneut einen Dämpfer erleiden würden.

Autor Nedeljko Prodanovic ist Geschäftsführer von Stonehedge, Berlin.

Foto: Stonehedge

 

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1 Kommentar

  1. Hier müssen vielmehr die Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft verbessert werden – der Staat bzw. das Bundesland ist wie andere Großprojekte zeigen, hier weniger gut geeignet. Vielmehr geht es darum die Rahmenbedingungen deutlich spürbar und schnell zu verbessern! Sinnvolle Maßnahmen wären hier: Bessere Abschreibungsmöglichkeiten für private Investoren, Wegfall der Grundsteuer für von Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen, Senkung der Nebenkosten (z.B. Grunderwerbsteuer streichen) beim Erwerb, Ausdehnung des Bestellerprinzips beim Makler auf den Käufermarkt wie es bereits beim Mietermarkt ist sowie Begrenzung der Maklerprovisionen auf z.B. 3 % vom Kaufpreis, Überprüfung und Reduktion auf sinnvolle Baustandards und eine Aufstockung bestehender 1-Etagen-Supermärkte mit Wohnhäusern. Also Ideen und Ansätze gibt es genug. Speziell für Berlin sowie weitere Ballungsräume: Länderfusion der Stadtstaaten mit den umgebenden Bundesländern und dann eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung des Speckgürtels sowie Ausbau der P+R-Angebote, um den Tagespendlern eine umweltfreundliche Alternative zu bieten.

    Kommentar von Nikolai Schubert — 25. April 2018 @ 09:35

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