Mietnebenkosten: Wohnfläche nachmessen lohnt sich

Im Mietvertrag stehen 80 Quadratmeter, doch die Wohnung hat nur etwa 70: Damit steigt auch die Nebenkostenlast – zumindest wenn der Vermieter diese teilweise auf Basis der Fläche abrechnet. Im Zweifelsfall lohnt also der Griff zum Zollstock.

Die Wohnfläche entspricht nicht immer der Grundfläche. Das hängt aber auch von der Art der Berechnung ab.

Mehr als zwei Euro Betriebskosten zahlen Mieter im Durchschnitt pro Quadratmeter und Monat. Auf den ersten Blick ist das ein kleiner Betrag.

Doch die Kosten summieren sich, da viele Vermieter Betriebskosten wie Wasser und Heizung zumindest teilweise nach der Wohnungsgröße abrechnen – und die stimmt nicht immer.

„Wenn der Abrechnung eine zu große Wohnfläche zugrunde liegt, zahlen Mieter möglicherweise für Flächen, die sie gar nicht haben“, sagt Michael Rempel, Jurist bei der R+V Versicherung.

Nachmessen lohnt sich immer

Beispiel Heizkosten: Vermieter dürfen diese maximal bis zur Hälfte nach Quadratmetern abrechnen. Auch die Abrechnung der Wasser- und Abwasserkosten nach Fläche ist erlaubt, wenn nicht in allen Wohnungen Wasserzähler installiert sind.

Für die Mieter bedeutet das: Es kommt nicht auf ihren eigenen Verbrauch an. Stattdessen wird der Verbrauch des gesamten Hauses auf die jeweilige Wohnfläche umgelegt – und je größer die eigene Mietfläche, umso höher ist die Rechnung.

„Generell lohnt es sich für Mieter auch deshalb immer, ihre Wohnung nachzumessen und zu überprüfen, ob die Flächenangaben übereinstimmen“ rät R+V-Experte Rempel.

Dies gelte vor allem, seit der Bundesgerichtshof entschieden habe, dass die tatsächliche Wohnfläche für Betriebskosten und Mieterhöhungen entscheidend ist. Hier mussten Mieter früher eine zehnprozentige Abweichung tolerieren.

Seite zwei: Weitere Tipps der R+V-Experten

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