6. August 2018, 13:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Großstadtflucht lässt auch Boomregionen schrumpfen

Bisher waren in erster Linie strukturschwache Orte von Bevölkerungsabwanderung betroffen. Nun schrumpfen laut einer Studie des IW Köln auch manche wirtschaftlich boomende Regionen, trotz guter Jobchancen, da junge Leute lieber in Großstädte ziehen.

Hinweis der Redaktion: Studie laut Mitteilung vom 07.08.2018 fehlerhaft.

Wuerzburg-shutterstock 389907532 in Studie: Großstadtflucht lässt auch Boomregionen schrumpfen

Würzburg verbucht trotz Jobwachstums einen deutlichen Bevölkerungsrückgang.

Abwanderung wurde bisher vor allem in ländlichen und strukturschwachen Orten verzeichnet, wie es in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln heißt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In zehn Städten und Kreisen ist demnach das Missverhältnis zwischen schwächerer Bevölkerungsentwicklung und positiver Beschäftigungsdynamik besonders groß – sechs davon liegen im Flächenland Niedersachsen.

Spitzenreiter Würzburg

Spitzenreiter ist der IW-Studie zufolge aber eine Stadt in Bayern. In Würzburg nahm der Erhebung nach zwischen 2007 und 2015 die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um fast ein Viertel (24,4 Prozent) zu, während die Bevölkerung um 7,6 Prozent zurückging.

“Langfristig kann es dadurch zu einer Abwärtsspirale kommen: Firmen wandern ab, weil sie keine Fachkräfte finden, die Regionen werden unattraktiver und verlieren weiter an Einwohnern”, sagt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt. Städte jenseits der großen Metropolen müssten attraktiver werden – mit besserer Kinderbetreuung oder guten Jobaussichten für die Partner.

Für Kommunen sei es sehr schwierig, aus so einer Abwärtsspirale herauszukommen, so die Ökonomin Silvia Stiller vom Hamburger Institut ETR, die seit Jahren regionalwirtschaftliche Trends analysiert. Neben dem Ruhrgebiet gebe es genug andere Beispiele. Leipzig und Dresden dagegen hätten den Absprung geschafft und sich sehr positiv entwickelt.

Fachkräfte an mittelgroßen Standorten gesucht

Die Boomregionen stünden nicht nur in Konkurrenz zu Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin. “Die kleineren und mittelgroßen Städte stehen auch im Wettbewerb zueinander”, so Stiller. Der Fachkräftemangel sei auf dem Arbeitsmarkt ein generelles Problem. Für den Zuzug von Fachkräften in kleinere Städte spreche: “Die Lebenshaltungskosten sind dort in der Regel niedriger und die Orte sind oft familienfreundlich.”

Dass Unternehmen wegen Engpässen auf dem lokalen Arbeitsmarkt ihre Standorte schließen oder ins Ausland verlegen, könne zwar passieren, sagte Stiller. “Aber dass dies in den nächsten Jahren im großen Stil passiert, ist eher unwahrscheinlich.” Große Unternehmen könnten sich nur mit hohen Kosten verlagern.

Anmerkung der Redaktion vom 07.08.2018: Am Dienstag teilte das Institut der Deutschen Wirtschaft der Deutschen Presse-Agentur mit, dass versehentlich ein falscher Datensatz verwendet wurde. Demnach ist die Studie fehlerhaft. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. alles falsche zahlen der mikrozenzus wurde nicht berücksichtigt ! völliger quatsch: boomregionen schrumpfen nicht!!

    Kommentar von lothar — 30. September 2018 @ 19:38

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Interne Qualitätsoffensive bei FiNUM.Finanzhaus

Bereits vor mehr als fünf Jahren der ging Finanzvertrieb FiNUM.Finanzhaus an den Start. Die Tochter der JDC Group AG bringt ihre Berater in der internen Wissensschmiede FiNUM.Akademie auf den neuesten Stand hinsichtlich Anlage- und Vorsorgeprodukte sowie regulatorischer Erfordernisse.

mehr ...

Immobilien

Wann für das selbstgenutzte Familienheim keine Erbschaftssteuer anfällt

Kinder können das Familienheim steuerfrei erben, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall selbst einziehen. Nur in besonders gelagerten Fällen kann dieser Zeitraum verlängert werden, entschied der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 28.5.2019.

mehr ...

Investmentfonds

Nervenkrieg um den Brexit geht weiter

Das Brexit-Drama geht abermals in die Verlängerung. Das britische Unterhaus verschob am Samstag die Entscheidung über das neue EU-Austrittsabkommen und fügte damit Premierminister Boris Johnson eine weitere empfindliche Niederlage zu. Nun ist Johnson eigentlich gesetzlich verpflichtet, bei der Europäischen Union eine Verschiebung des für 31. Oktober geplanten EU-Austritts zu beantragen. Und trotzdem will Johnson versuchen, den Termin noch zu halten.

mehr ...

Berater

Mehr Power für den Finanzvertrieb

Mit einer neuen IT-Lösung will die Inveda.net GmbH das Redaktionssystem mit dem Maklerportal vereinen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bundestag verabschiedet Reform der Grundsteuer

Der Bundestag hat am Freitag nach langem Ringen mit den Ländern Neuregelungen bei der Grundsteuer verabschiedet. Das Parlament stimmte außerdem einer Änderung des Grundgesetzes zu, damit Länder eigene Regelungen entwickeln können.

mehr ...

Recht

P&R: Weitere Anlegerklage gegen den Vertrieb abgewiesen

Ein Vertrieb, der Container der inzwischen insolventen P&R-Gruppe an eine Anlegerin verkauft hatte, hat seine Pflicht zur Plausibilitätsprüfung nicht verletzt. Das geht aus einem weiteren klageabweisenden Urteil hervor, das die Kanzlei Dr. Roller & Partner aus München erstritten hat.

mehr ...