31. Juli 2018, 13:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Speckgürtel München: Günstigste Gemeinde ist teurer als teuerste Umlandgemeinde Berlins

“A Mordsgaudi” ist die Suche nach einer Wohnung oder einem Haus in München seit langem nicht mehr. Die Preise explodieren: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt aktuell bei 7.070 Euro. Wie sich diese Preisentwicklung auf die Immobilienpreise im Speckgürtel von München auswirkt, zeigt die aktuelle Analyse des Immobiliendienstleisters McMakler.

Shutterstock 750400228 in Speckgürtel München: Günstigste Gemeinde ist teurer als teuerste Umlandgemeinde Berlins

Das Umland von München weist ebenfalls deutliche Preiszuwächse auf.

“Es ist kein Geheimnis, München ist das teuerste Pflaster in Deutschland, wenn es ums Wohnen geht. Dennoch überrascht ein Blick auf die Zahlen immer wieder. Auch die Lage im Münchner Umland spitzt sich zu, die Preise befinden sich auf exorbitantem Niveau. Ein Vergleich macht es deutlich: Der günstigste Landkreis im Münchner Umland, Geltendorf, liegt mit 3.871 Euro je Quadratmeter sogar leicht über den teuersten Berliner Umland-Gemeinden Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow, wo Kaufinteressenten durchschnittlich 3.756 Euro je Quadratmeter zahlen”, sagt Hanno Heintzenberg, Gründer und Geschäftsführer von McMakler.

Gräfelfing ist teuerste Umlandgemeinde Münchens

Die teuerste Gemeinde im Münchner Umland ist mit durchschnittlich 7.564 Euro je Quadratmeter Gräfelfing. Dicht gefolgt von Oberhaching und Starnberg, wo Käufer derzeit 6.745 bezioehungsweise 6.729 Euro je Quadratmeter für ein Haus oder eine Wohnung zahlen. Das ist ein Preisanstieg in Oberhaching um drei Prozent, in Starnberg um 4,2 Prozent. In Gräfelfing stiegen die Preise um immerhin 6,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017.

Gröhenzell mit der höchsten Steigerungsrate

Die höchste Preissteigerung allerdings gab es im ersten Halbjahr 2018 in Gröbenzell mit 11,3 Prozent auf 5.330 Euro je Quadratmeter, dicht gefolgt von Tutzing mit 10,8 Prozent auf 6.460 Euro je Quadratmeter. Unter den fünf Spitzenreitern befinden sich auch Zorneding, Freising und Erding, die im Preisranking zwar im unteren Drittel rangieren, aber deren Quadratmeterpreise im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um zehn Prozent, 9,7 Prozent beziehungsweise um 9,5 Prozent in die Höhe kletterten. “Wir schätzen, dass sich die Preisdynamik im Umland weiterentwickelt, wobei sich die Preise der Spitzenreiter einpendeln und dann auf Nachbargemeinden ausstrahlen werden. Das zeigen auch bis dato günstigere Orte wie Bad-Tölz und Wolfratshausen, wo die Immobilienpreise für Wohneigentum um satte 9,3 Prozent und 8,8 Prozent gestiegen sind”, fügt Hanno Heintzenberg hinzu.

Äußeres Umland noch vergleichsweise günstig

Am günstigsten lässt sich Eigentum in Geretsried und Altomünster mit 4.075 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 3.904 Euro pro Quadratmeter erwerben. Den letzten Platz nimmt Geltendorf mit einem durchschnittlichen Marktpreisangebot von 3.871 Euro je Quadratmeter ein. Demnach kostet eine Wohnimmobilie in Gräfelfing mehr als doppelt so viel wie in Geltendorf. “Diese Gemeinden sind zwar wesentlich günstiger, liegen aber auch im äußersten Umland von München. Wer also täglich zur Arbeit nach München pendelt, sollte Anfahrtszeit und -kosten genau kalkulieren, so dass der Kaufpreisvorteil auch bis zum Berufsende bestehen bleibt und sich nicht aufbraucht”, rät Heintzenberg von McMakler.

Käufer zahlen ab einer bestimmten Grenze nicht mehr jeden Preis

Auffällig ist, dass die Preise in Herrsching mit 6.165 Euro je Quadratmeter gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 nahezu stagnieren und nur um 1,8 Prozent gestiegen sind. Aber auch die Preise in Oberhaching mit den zweithöchsten Quadratmeterpreisen des Münchner Umlands sowie Eichenau und Holzkirchen, deren Quadratmeterpreise mit 5.471 und 5.367 Euro je Quadratmeter in der oberen Preishälfte liegen, stiegen nur um drei Prozent, 1,9 Prozent und 2,8 Prozent. “Ab einer bestimmten Grenze sind Menschen nicht mehr bereit, jeden Betrag zu zahlen. Hinzu kommt ein schrumpfendes Angebot. Dann setzen Ausweichreaktionen ein, die Nachfrage in den Nachbarregionen steigt”, lässt Hanno Heintzenberg wissen. Und weiter: “Im Fokus der Kaufinteressenten stehen zunächst Orte, die an der unmittelbaren Stadtgrenze liegen, gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossenen sind und über eine gut ausgebaute Infrastruktur verfügen. Allerdings haben viele dieser Regionen das hohe Münchner Preisniveau nahezu erreicht. Der Münchner Speckgürtel braucht einen Speckgürtel.”

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

IVFP Trendumfrage: Vermittler setzen 2019 voll auf Fonds- und Indexpolicen

Die klassische Altersvorsorge mit Garantien lohnt kaum noch und wird zum Ladenhüter. Stattdessen geht der Trend eindeutig in Richtung kapitalmarktorientierte Produkte. Die Musik spielt laut Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung 2019 bei Fonds- und Indexpolicen.

mehr ...

Immobilien

Patrizia: Deutliches Gewinnplus für Immobilieninvestor

Der Immobilieninvestor Patrizia hat im vergangenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Dabei stiegen die Gebühreneinnahmen vor allem für die Verwaltung viel kräftiger als die Kosten.

mehr ...

Investmentfonds

Anlagechancen 2019: Lieber Aktien als Anleihen

Die Aktienkurse sind zu Jahresanfang wieder gestiegen, doch die Anleger bleiben pessimistisch. Für die Märkte ist das positiv und negativ zugleich. Welche Sektoren profitieren werden:

Gastbeitrag von Juan Nevado, M&G

mehr ...

Berater

Airline-Pleite: Flybmi ist nicht Flybe

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi am Wochenende Insolvenz angemeldet. Mit einer ähnlich klingenden Airline, die Mieterin mehrerer deutscher Fonds-Flugzeuge ist, hat sie jedoch nichts zu tun.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...