16. September 2019, 10:00
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Auf die Barrikaden für die Freiheit!

Die größte Gefahr geht jetzt von der Immobilienwirtschaft selbst aus. Sie verfällt in Apathie, sie handelt reaktiv, sie verheddert sich im Kleinklein, sie lässt sich von angeblichen Kompromissen blenden. Ein Kommentar von Dr. Josef Girshovich, Managing Partner, PB3C GmbH.

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Dr. Josef Girshovich, Managing Partner, PB3C GmbH.

Wie viel Euro darf man laut Berliner Mietendeckel bei sanierten Wohnungen draufschlagen? Welche Baujahre sind besonders günstig und welche besonders teuer vermietbar? Richten sich die wenigen zulässigen Mietsteigerungen nach der Inflation oder nach der Lohnentwicklung? All das macht blind, und vor lauter etatistischem Kleinwuchs drohen wir die bevorstehende Entwicklung zu übersehen oder gar pflichtgemäß hinzunehmen.

“Berlin rutscht in einen Bevormundungsstaat”

Dabei steht nach der turbulenten Mietendeckelwoche fest: Berlin rutscht endgültig in einen übervorsorglichen Bevormundungsstaat. Was die Menschen wollen und brauchen, das ist dem Berliner Senat einerlei. Denn die Menschen haben zu wollen und zu brauchen, was der Senat für gut und richtig erachtet. Drei Beispiele aus den derzeitigen Plänen der Senatsverwaltung, die uns allen die Augen öffnen müssen:

Erstens: Bei Neuvermietungen gelten fortan die neuen, niedrigen Mieten. Wer dachte, dass der Mietendeckelkompromiss den Eigentümern entgegenkommt, hat weit gefehlt. Sobald eine Wohnung frei wird, muss die Miete auf die laut Mietendeckel zulässigen Höchstmieten gesenkt werden.

Wen das trifft?

Am wenigsten die großen Unternehmen und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Am meisten aber private Eigentümer, vor allem diejenigen, die die letzten acht Jahre mangels Zinsen in Eigentum investiert haben, um ihre Altersvorsorge zu sichern. Stellen Sie sich das doch mal vor:

Sie haben eine Wohnung in Berlin gekauft und rechnen mit marktgerechten Mieteinnahmen. Da haben Sie jetzt ein gewaltiges Problem, insbesondere wenn Sie finanziert und bestimmte Mieteinnahmen gegenüber der Bank garantiert haben.

Diese Eigentümer werden in den nächsten Monaten Post von Ihren Banken erhalten, und zwar zu Ihrem Missvergnügen. Genau das ist auch das Ziel des Berliner Senats: privates Eigentum soll mit allen Mitteln geschwächt werden, vor allem auch das des bürgerlichen Privatinvestors.

Der Staat bestimmt, was besessen werden darf

Zweitens: Wer wie viel Wohnraum haben darf, bestimmt jetzt der Staat. Dieser Eingriff ist erst recht ideologischer Natur und dabei durchweg subtiler. Laufende Mieten sollen gesenkt werden dürfen, wenn die Bewohner über 30 % ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen. Lassen wir das bürokratische Monster Monster sein – die Falle der Berliner Regierung ist eine andere:

Der Staat wird in Zukunft vorschreiben, wie viel Quadratmeter pro Person angemessen sind. Beispiel: Sie wohnen allein auf 100 qm, weil Ihnen die Größe Ihrer Wohnung wichtig ist, und nehmen dafür in Kauf, dass Sie 50 % Ihres Einkommens für die Miete aufbringen.

Nun, Sie werden ihre Miete nicht absenken dürfen – Sie bewohnen schließlich zu viele Quadratmeter. Die Frage aber ist: Wie viele Quadratmeter darf man denn pro Person gerechterweise nutzen? Wenn Sie an diesem Punkt angekommen sind und das alles für gerecht finden, dann gute Nacht, individuelle Freiheit.

 

Seite 2: Was Berlin nun erwarten darf

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