Auslaufende Energieverträge bieten großes Potenzial für Gewerbe und Industrie

Zahlreiche Verträge mit Strom- und Gasanbietern laufen zum Jahresende aus. Wer für 2020 noch nichts abgeschlossen hat, sollte keine weitere Zeit verlieren, sich jetzt umschauen und Preise vergleichen, um den optimalen Tarif zu finden und den Versorger gegebenenfalls zu wechseln. In der Realität zeigt sich jedoch: Viele Betriebe verlassen sich auf Altbewährtes.

„Oftmals schieben Unternehmer den Wechsel auf, denn er scheint auf den ersten Blick zeitaufwendig und kompliziert“, so Tobias Thiel, Geschäftsführer der enermarket GmbH und Betreiber des gleichnamigen Online-Vergleichsportals.

SLP oder RLM?

„Indem sie ihren bestehenden Vertrag einfach verlängern, bequem beim etablierten Anbieter bleiben oder keinen umfangreichen Marktüberblick einholen, verpassen Geschäftskunden jedoch die Chance, bares Geld zu sparen und den eigenen Verbrauch zu optimieren.“

Viele Gewerbe- und Industriekunden nutzen Sonderverträge mit festen Laufzeiten. Hierbei gilt es zu unterscheiden, ob das Unternehmen seine Energie über einen SLP- oder RLM-Zähler bezieht: Bei einem Stromverbrauch bis circa 100.000 Kilowattstunden und einem Gasverbrauch bis etwa 1,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr läuft der Verbrauch über einen SLP-Zähler.

„Tarif wählen, der Transparenz ermöglicht“

Bei dem Standard-Last-Profil (SLP) zahlen Gewerbekunden einen monatlichen Abschlag und erhalten einmal jährlich eine Rechnung nach der Zählerablesung. Anders verhält es sich bei Industriekunden mit einem höheren Verbrauch.

Hier kommt ein RLM-Zähler zum Einsatz, der alle 15 Minuten die aktuelle Leistung erfasst und die Daten direkt an den Energielieferanten übermittelt. Die Registrierte-Leistungs-Messung (RLM) beinhaltet eine monatliche Rechnungsstellung mit der exakten Angabe des Verbrauchs.

„In der Regel erweist es sich als vorteilhafter – unabhängig vom Zählertyp – einen Tarif zu wählen, bei dem der reine Energiepreis erkennbar wird und bei dem der Versorger alle Drittkosten wie Netzentgelte, Umlagen und Steuern eins zu eins an die Abnehmer weiterberechnet“, erklärt Thiel.

Relevanz des reinen Energiepreises

Die Gesamtkosten lassen sich zwischen SLP und RLM nicht direkt vergleichen, da es beispielsweise bei den Netzentgelten große Unterschiede gibt. Genau deshalb hat der Vergleich des reinen Energiepreises eine so zentrale Bedeutung:

Egal wie hoch der Verbrauch ist oder in welcher Region das Unternehmen sitzt – der reine Energiepreis stellt den wichtigsten Indikator für den Markt dar, weil Drittkosten hier für den Vergleich nicht berücksichtigt werden.

 

Seite 2: Mehr Transparenz möglich

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